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Schülerin im Weltraum bestattet

Eine 16-jährige Schülerin wurde als erste Deutsche im Weltall begraben. [24.1.2000]

Seit knapp einem Monat blickt eine Familie aus dem Schwarzwalddorf Unterreichenbach mit anderen Augen zum Himmel. Dort oben im All ist die Tochter bestattet. Carola Krause war ein aufgewecktes, hübsches Mädchen, das sich für Musik, Sport und Tiere interessierte. Wirklich fasziniert war die 16-Jährige aber von den Sternen. Astronomie war ihr Hobby, Luft- und Raumfahrttechnik ihr Studienwunsch.

Die Schülerin kam im August 1999 ums Leben, als sie aus ungeklärter Ursache mit ihrem Leichtmotorrad stürzte und gegen einen entgegenkommenden Lastzug prallte. Nun haben ihr ihre Eltern einen letzten Wunsch erfüllt: Carola hat ihre Ruhestätte im Weltall gefunden.

Nach Angaben der amerikanischen Bestattungsfirma Celestis, die die Urne mit Carolas Asche in die Umlaufbahn transportierte, ist sie die erste Deutsche, die in der Umlaufbahn „bestattet“ wurde. Die Rakete mit der ungewöhnlichen Fracht startete Ende Dezember in Vandenberg/Kalifornien. Sie hatte die Urnen von 36 Menschen an Bord.

Mindestens zwei Mal im Jahr besteht nach Auskunft der US-Firma die Möglichkeit für Bestattungen im Weltall. Die Firma bucht zu diesem Zweck Ladeflächen auf Taurus- oder Pegasusraketen.

Carolas etwa lippenstiftgroße Urne trägt die Aufschrift „Das Ende ist erst der Anfang“. Die Asche der 16-Jährigen umrundet die Erde in einer elliptischen Bahn in mehreren hundert Kilometern Höhe, voraussichtlich rund 100 Jahre lang. Dass ein Grab fehlt, ist für Carolas Vater kein Problem: „Die Verwandten haben nun die Möglichkeit, sich überall auf der Welt beim Betrachten des Sternenhimmels mit Carola verbunden zu fühlen.“

(Bild:APA)

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