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Schuld ist ganz klar die Mama

Es war die Mama, die schon in der frühesten Kindheit sein Interesse für Geschichte weckte. Kein Urlaub ohne Museumsbesuch, kein Städteaufenhalt ohne Kirchenbesichtigung. Langweilig? Staubig? Von wegen! Dem Dreikäsehoch gefiel's.

„Besonders begeistert haben mich gotische Kathedralen”, erinnert sich der Leiter des EggMuseums Andreas Hammerer, „der Stephansdom zum Beispiel.”

Lust auf Heimatgeschichte

Aber auch geschichtliche Schmöker wie „Robin Hood” oder „Die zehnte Legion” las er mit Vorliebe. Jedenfalls ist es nicht verwundertlich, dass der Egger an der Pädagogischen Akademie neben Deutsch auch Geschichte studierte. Wer jetzt hinter dem 43-Jährigen einen verschrobenen Guru vermutet, der mehr in der Vergangenheit lebt als in der Gegenwart, liegt jedoch total falsch. Munter schwingt der Hauptschullehrer den Pinsel, um der knallroten Wand den letzten Schliff zu verpassen. Dabei scherzt er mit Susanne Stadelmann, die ebenfalls einen Farbtopf in den Händen hält. „Sie ist der gute Geist des Museums”, stellt er die junge Frau gleich vor. Aha – Geist, der darf natürlich in historischen Gemäuern nicht fehlen. Apropos Gemäuer: Das EggMuseum ist längst nicht mehr da, wo es einmal war. Das Gebäude musste Anfang der 70er-Jahre dem Straßenbau weichen. Das Inventar landete im Depot. Das seit 1904 existierende Heimatmuseum wurde für 15 Jahre Geschichte.

Schätze ausgegraben

Erst Anfang der 90er-Jahre bildete sich ein Team, das der Vergangenheit wieder eine Zukunft geben wollte. Die historischen Schätze wurden ausgegraben und neu in Szene gesetzt. Sonderausstellungen zu Themen wie barocke Schönschreibkunst oder das Bregenzerwälder Haus weckten das Interesse und immer mehr Besucher schauten im Pfarrhof 5 vorbei. Auch Hammerer ließ sich vom Engagement der Kustoren Anton Pfeifer und Maria Rose Steurer-Lang begeistern. „Ich bin ich immer mehr hineingewachsen”, erzählt der dreifache Vater. 2007 übernahm er dann die Leitung. Eine Aufgabe, die für ihn wie auf den Leib geschnitten ist. Schon im Unterricht zeigt sich mit welcher Leidenschaft er trockene Geschichte lebendig vermittelt. Im Museum ist das genauso. „Ich muss die Vergangenheit kennen, um die Gegenwart zu verstehen”, lautet sein Motto. Und so spannt er den Bogen ins Hier und Jetzt. Und ist dann auch voll und ganz im Element. Packt kräftig mit an, schwingt munter den Vorhang, um ihn dann an Ort und Stelle zu platzieren. Die Vorbereitungen für die neuste Austellung mit Rita Bertolini und ihrem Buch „Innenleben Vorarlberg” laufen auf Hochtouren. Nur noch wenige Stunden bis zur Eröffnung. Dann werden imaginäre Türen geöffnet und die Ländle-Wohnträume gibt es nicht nur zum Sehen, sondern zum Begreifen. Lampenfieber. „Eine Vernissage ist immer etwas Aufregendes”, gesteht er. Vor allem dann, wenn so viele Leute erwartet werden. Vorsorglich findet der Empfang der Gäste in der Volksschule statt.

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