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Schuld daran ist Rio

©AP
Rio de Janeiro ist eines der Traumziele jedes Urlaubers – nicht nur im Karneval. Bilder

Gerade, wenn bei uns General Winter wieder einmal mit frostiger Hand das Kommando übernommen hat, träumen viele von einem Urlaub in tropischen Gefilden, mit weißen Stränden, viel Sonne und freundlich lächelnden Gastgebern. Brasilien bietet eine Vielzahl von Touristenzielen – der unbestreitbar größter Anziehungspunkt ist natürlich das legendäre Rio de Janeiro.

Die „fünfte Jahreszeit”

Die Nummer eins ist dabei die „fünfte Jahreszeit”, der Karneval. Der Besucher wird unweigerlich mitgerissen von heißen Sambarhythmen und den knappen Kostümen der Tänzerinnen. Bei südländischer Feststimmung wird die Nacht zum Tag gemacht, viele Gäste bekommen bei ihrem Trip kaum etwas vom Hotel zu sehen. Bei aller Feierstimmung sollte man aber unbedingt davor oder danach ein kleines Sightseeing-Programm zu den berühmten Aussichtspunkten machen, ehe man sich an den legendären Stränden von Copacabana oder Ipanema von den Strapazen ausgiebig erholt.
Wer sich mit einem erfrischenden Caipirinha wohlig im warmen Sand räkelt und den Blick auf das glitzernde Meer oder den beeindruckenden Zuckerhut richtet, möchte am liebsten gar nicht mehr nach Hause zurück. Trotz allem „Seele baumeln lassen” sollte man sich aber nicht dazu verleiten lassen, die Stadt nur vom Strand oder den diversen Bars aus zu betrachten.

Cristo-Statue

Eine entspannte Rundtour durch Rio beginnt man am besten in einer kleinen Frühstückskneipe, irgendwo in Ipanema, mit Pao de Quejo-Gebäck, Cafezinho und Fruchtsalat. Dann geht es los, zur ersten Station, dem Wahrzeichen der Stadt: Die gewaltige, 38 Meter hohe Cristus-Figur auf dem Corcovado lässt garantiert niemanden unbeeindruckt. Nach der Anfahrt mit der Seilbahn steigt man zu Fuß durch das Gewimmel der vielen Besucher die letzten Meter zur gewaltigen Statue hoch, um den unglaublichen Ausblick vom Gipfel des Corcovado zu genießen. Der zweite Aussichtspunkt, der zum Pflichtprogramm jedes Besuchers gehört, ist der auf einer Halbinsel in der Guanabara-Bucht gelegene Zuckerhut.

Allein ist man hier nie

Auch hier gilt die Regel, dass man nie allein ist – und genauso, dass man den Ausblick auf die Stadt und das Meer nie vergessen wird. Bei der Auffahrt auf den 394 Meter hohen Granitfelsen in der rundum verglasten Seilbahn, auf deren Kabine schon der legendäre James Bond alias Roger Moore gegen „Beißer” Richard Kiel kämpfte, begreift man spätestens, warum sich der zwölfstündige Flug aus der Heimat auf jeden Fall gelohnt hat. „Schuld daran ist Rio”, um eine Film-Komödie aus dem Jahr 1984 zu zitieren.
Wer es ein bißchen tiefgehender liebt, der hat auch die Möglichkeit, in Begleitung eines Führers eine besondere Exkursion durch die Favelas, die Armenviertel, zu machen. Jeder fünfte Bürger Rios lebt in den engen Gassen auf den Hügeln der Metropole, wo das Gesetz vor allem von Drogenbossen gemacht wird.

Fahrt im Minibus

Die Vorgaben für die Minibus-Reise in die Armenviertel sind streng: Auf keinen Fall soll jemand seinen Fotoapparat zücken und Bilder schießen, erklärt Fremdenführerin Cristina. Dies werde schon von den Drogenhändlern verlangt, welche die Regeln des Zusammenlebens bestimmen und irgendwie sogar die Sicherheit der Einwohner garantierten. Sechs der 25 Euro, die jeder Besucher für die Tour bezahlt, gehen an eine Nicht-Regierungs-Organisation, die die Schule unterstützt. Die Bewohner sehen die Besucher sogar gern, da das Image des Viertels verbessert wird. Mit ihren geführten Touren will Cristina die Favelas ein Stück näher an den Rest der Stadt rücken, einem Voyeurismus auf das Leben der Armen aber keinen Vorschub leisten. Tourteilnehmerin Melanie sieht da auch kein Problem: „Wir sind der Bevölkerung begegnet, aber nicht in ihre Privatsphäre eingedrungen.”

6,1
Millionen Menschen leben im administrativen Stadtgebiet von Rio, annähernd 12 Millionen im unmittelbaren Einzugsgebiet der Metropole. Von 1763 bis 1960 war Rio die Hauptstadt Brasiliens, ehe das neugeschaffene Brasilia diese Funktion übernahm.

„Fluss des Januars“
Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens und liegt unmittelbar an der Guanabara-Bucht. Der Name (port. für „Fluss des Januars“) entstand, weil André Gonçalves am 1. Januar 1502 die Bucht entdeckte und sie irrtümlich für die Mündung eines großen Flusses hielt.

Rio-Splitter

Cariocas. Die Bewohner der Stadt nenntman Cariocas, nach einem Wort aus dem Tupí-Guaraní (Eingeborenen-Sprache), welche „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet. Die Bewohner der Stadt nenntman Cariocas, nach einem Wort aus dem Tupí-Guaraní (Eingeborenen-Sprache), welche „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.

Vorsicht. Ein großes Problem ist diehohe Kriminalität – deshalb sollte man bei Ausflügen keinen Schmuck tragen, und auch nicht selbst Auto fahren – Mietwagen eignen sich nur für Ausflüge ins Umland. Ein großes Problem ist diehohe Kriminalität – deshalb sollte man bei Ausflügen keinen Schmuck tragen, und auch nicht selbst Auto fahren – Mietwagen eignen sich nur für Ausflüge ins Umland.

Ganz Brasilien liegt im Fieber des Karnevals
Rio de Janeiro ist im Karnevalfieber. Mit Trommelfeuer und Paraden wurde am Freitag der „Rio Carnival 2009“ gestartet. Bis zum 24. Februar werden die Straßen in ein Meer von Farben und Kostümen getaucht. Höhepunkt ist der Umzug der großen Sambaschulen im Sambodrom im Herzen der Millionenstadt.Bis zu 60.000, oft aufwändig kostümierte Teilnehmer ziehen unter dem Jubel der Zuschauer durch die Straßen der Millionenstadt. Meist endet die Feier erst in den frühen Vormittagsstunden – zwölf Stunden nonstop Parade, laute Musik und Tanz bescheren allen Beteiligten unvergessliche Momente. Kein Wunder, dass jährlich mehrere Hunderttausende Touristen aus der ganzen Welt nur deshalb nach Rio kommen, um die „fünfte Jahreszeit“ einmal vor Ort zu erleben.

Das Mädchen
Ipanema ist der Name eines Stadtteils und eines berühmten Strandes von Rio – auch bekannt durch den Song „Girl from Ipanema“ von Antonio Carlos Jobim.

Maracana
Rio beheimatet neben Flamengo drei weitere Topklubs der ersten Liga – und das Maracana-Stadion, das inzwischen von 200.000 auf 92.000 Plätze zurückgebaut wurde.

Pão de Açúcar
Der „Zuckerhut“, ein Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist ein 394 Meter hoher Granitfelsen. Er wird auf Portugiesisch „Pão de Açúcar“ (wörtlich Zuckerbrot) genannt.

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