AA

Schuften für die Heim-EM 2010

Die Heim-Europameisterschaft im Herren-Handball beginnt im Jänner 2010. Österreich, als Ausrichter fix qualifiziert, will dabei mehr als die Rolle des Gastgebers spielen.

Deswegen fand am Montag der offizielle Startschuss für die langfristige Vorbereitung auf die einmalige Veranstaltung statt. Im Olympiastützpunkt Dornbirn fand sich der Kader West ein, gleichzeitig trat der Kader Ost im Olympiastützpunkt Südstadt an. Gesamt 20 Athleten, die Legionäre nicht mitgerechnet, sollen eine breite Basis für das Projekt EM 2010 bilden.

NEUE: Herr Osmann, wie sehen die Eckpunkte der EMVorbereitung aus?

Rainer Osmann: Das Wesentlichste ist, dass wir gemeinsam mit den HLA-Vereinen ein Programm erarbeitet haben, wo wir speziell im athletischen Bereich die Nationalspieler verbessern möchten. In diesem Bereich haben wir Reserven geortet.

NEUE: Wie sieht diese Maßnahme konkret aus?

Dass wir uns über die gesamte Saison hinweg für zweieinhalb Jahre jeweils am Montag in den Stützpunkten treffen und mithilfe von Spezialtrainern wie Mike Arnold (Ex-Staatsmeister im Zehnkampf, Anm.) ein vom IMBS (Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung) und mir erstelltes Trainingsprogramm absolvieren. Hier in Dornbirn sind das Spieler von Bregenz, Hard und Innsbruck.

NEUE: Das heißt, die internationalen Teams sind besser drauf ?

Ganz klar. Gegenüber Spitzenteams in Europa oder der Welt besteht Nachholbedarf. Das ist unter anderem ein Grund, dass wir in den Playoff-Spielen immer gescheitert sind, in meiner Amtszeit war das viermal der Fall.

NEUE: Und die Vereine spielen da mit?

Fakt ist, dass alle HLA-Vereine im Januar die Bereitschaft dazu signalisiert haben. Wichtig ist, dass wir vom Verband und die Vereine miteinander sprechen, bevor Probleme entstehen. Im Mittelpunkt steht der Spieler. Vor allem in der Punktspielsaison ist abzustimmen, welches Training nötig ist.

NEUE: Im Jänner steht die Qualifikation für die WM 2009 in Kroatien an. Dort dabei zu sein wäre im Hinblick auf die EM sicher wichtig?

Mit Sicherheit. Die Situation ist diesmal hart. Neben Estland müssen wir die Ukraine schlagen. Die waren bei den letzten großen Turnieren immer dabei, ein starkes Team. Andererseits ist das eine willkommene Sache. Nach einem halben Jahr intensiverer Vorbereitung als in der Vergangenheit werden wir sehen, wo wir stehen.

NEUE: Das heißt, es gibt auch mehr Länderspiele?

Ja. Im Oktober spielen wir ein internationales Turnier mit drei Spielen, im Dezember sind zwei gegen Portugal geplant und eines direkt vor der Qualifikation. Zusammen mit den sieben im Frühjahr absolvierten Spielen, den individuellen Trainings am Montag und dem handballspezifischen Stützpunkttraining, das knapp zwei Tage pro Monat stattfindet, ist das ein deutlicher Schritt nach vorne.

NEUE: Das klingt nach einem sorgenfreien Job als Teamchef.

Schön wär’s! Wenn wir endlich einmal alle Leistungsträger an Bord hätten.

NEUE: Wer fehlt derzeit?

In erster Linie ist da Viktor Szilagyi (THW Kiel) zu nennen. Da muss man abwarten, wie sein Knie nach eineinhalb Jahren Verletzungspause reagiert. Markus Kolar (Margareten) hat gerade seine zweite Kreuzband-OP hinter sich und beim langen Hoffnungsträger im rechten Rückraum Martin Abadir (Margareten) ist völlig offen, was nach seinen neuerlichen Knieproblemen passiert.

NEUE: Zum regionalen Aspekt. Bregenz mit fünf und Hard mit zwei Spielern sind stark vertreten. Welche Rolle spielen sie?

Ich denke, dass beide Vereine auch in dieser Saison top sein werden, Das heißt, dass die Anforderungen an die Nationalspieler auch im Verein sehr hoch sein werden. Etliche Spieler sind schon lange Leistungsträger, von den anderen erwarte ich dies. Roland Schlinger sollte uns mit dem nötigen Selbstvertrauen nach vorne bringen.

NEUE: Mit welchem Torhütergespann gehen Sie in die Vorbereitung? Thomas Huemer ist zurück im Team.

Zunächst muss ich sagen, dass wir die Spiele in Tunesien ohne Marinovic und Huemer gemacht haben. Die Jungen, Kalischnig, Bauer und Filzwieser, haben aufgezeigt. Ich hoffe, dass es zu Konkurrenzduellen mit den Alteingesessenen kommt. Andererseits, was Nikola die letzten Jahre gehalten hat, macht ihn zur klaren Nummer eins.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg Sport
  • Schuften für die Heim-EM 2010
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen