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Schrittweise Lockerung des Besuchsverbots ab 4. Mai

Lockerungen statt Verboten
Lockerungen statt Verboten ©AP Photo- Thomas Kienzle
Sozial-Landesrätin Wiesflecker: "Angehörige und Betroffene brauchen eine Perspektive".
Besuchsverbot: Lösungen in Sicht

Die Bewohner der Pflegeheime gehören zu der am stärksten gefährdeten Risikogruppe bei einer Infektion mit dem Corona-Virus. Zum Schutz der Betroffenen, aber auch um das Risiko, dass sich die Pflegekräfte anstecken, zu minimieren, wurde am 13. März ein Besuchsverbot ausgesprochen. „Wir wissen, dass diese Maßnahme für alle Betroffenen mit zunehmender Dauer sehr belastend ist“, sagt die zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker.

Daher kommt es ab 4. Mai zu einer schrittweisen Lockerung des Besuchsverbots. Bis dahin müssen die Maßnahmen noch aufrecht erhalten bleiben. „Wie wir sehen, ist Vorarlberg auf einem guten Weg, die Krise zu bewältigen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt aber wichtig, dass wir alle noch durchhalten, damit es nicht zu einem Rückfall kommt“, bittet die Landesrätin um Geduld.

Auch in den meisten Pflegeheimen sei es bisher zum Glück gelungen, die Ausbreitung des Virus weitestgehend zu verhindern.

Das Besuchsverbot sei eine richtige Maßnahme gewesen, so Wiesflecker, das zeigten auch Erfahrungen aus anderen Ländern.

Handlungsempfehlungen in Ausarbeitung

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium arbeiten die Länder daran, eine Strategie für eine Lockerung des Besuchsverbots auszuarbeiten, bis Ende dieser Woche wird es vom Bund Handlungsempfehlungen geben.

Die Details werden im Austausch mit den Heimleitungen ausgearbeitet.

„Wir denken an kontaktlose Begegnungszonen in den Außenbereichen der Heime unter Einhaltung der geltenden Schutzbestimmungen wie ein Mund-Nasen-Schutz, genügend Abstand und Desinfektion“, so die Landesrätin.

Davon unabhängig bleibt das Besuchsverbot in den Vorarlberger Spitälern vorerst bestehen.

SeneCura ermöglicht Treffen

Die private SeneCura-Gruppe, die nach eigenen Angaben in Österreich 84 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen mit rund 7.470 Betten und Pflegeplätzen betreibt, hat am Dienstag angekündigt, "ab sofort" Möglichkeiten für persönliche Treffen mit Familien und Freunden zu ermöglichen.

„Wir beobachten in den Häusern mehr und mehr die negativen Folgen für die psychosoziale Gesundheit vieler Bewohnerinnen und Bewohner, die sonst intensive Kontakte zu ihren Familien haben. Nun ist es aus unserer Sicht an der Zeit, auch den pflegebedürftigen Menschen in unseren SeneCura Häusern und ihren Liebsten wieder ein Stück Normalität zurück zu geben", sagt Markus Schwarz, COO der SeneCura Gruppe.

Die Sicherheit soll durch Vorkehrungen wie etwa Glasscheiben gewährleistet sein. Wann und wie der oder die Einzelne diese Möglichkeiten demnächst in Anspruch nehmen können wird, darüber werden die einzelnen Häuser die Betroffenen in den nächsten Tagen direkt informieren.

Lockerungen statt Verboten

Seit rund drei Wochen gelten in Alters- und Pflegeheimen wegen der Coronakrise zum Teil rigorose Besuchsverbote. Nachdem die Kritik daran zuletzt lauter geworden ist, hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nach einem Gespräch mit den Sozialreferenten der Länder eine Lockerung in Aussicht gestellt - und zwar sollen vom Ministerium "in den nächsten Tagen Empfehlungen erarbeitet" werden.

Es sollen "Schritt für Schritt" Wege gefunden werden, um in den Heimen wieder soziale Kontakte zu ermöglichen, sagte Anschober im Ö1-Morgenjournal. Es sei ein "gemeinsames Suchen mit den Ländern", welche Maßnahmen (wie etwa Besuchszimmer oder Besucherboxen) möglich seien, um einen gesicherten Kontakt zu gewährleisten. Dabei stehe aber weiter die "Sicherheit im Mittelpunkt".

Besuche in Pflegeheimen: Lockerungen möglich

Erste Reaktionen

Der Wunsch nach Lockerung wurde von Angehörigen und Heim-Bewohnern inzwischen an alle Sozialreferenten der Länder herangetragen. In einer Videokonferenz Montagabend wurde daher über die Möglichkeiten gesprochen. Die Stadt Salzburg hatte dessen ungeachtet bereits ab der ersten Maiwoche eine solche angekündigt. In den sechs kommunalen Seniorenheimen werden schrittweise Besuchsboxen - kleine mit Plexiglasscheiben unterteilte Räume - eingerichtet. Auch Oberösterreichs Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) hatte eine Aufweichung des Besuchsverbots angestrebt, es brauche aber einheitliche Vorgaben des Bundes. Für Oberösterreich setzte sich Gerstorfer den Muttertag, den 10. Mai, als Ziel für eine Lockerung. "Es geht darum, das Gleichgewicht zwischen Schutz der Risikogruppe und sozialer Isolation zu finden", so Gerstorfer.

Begrüßt wurde die angekündigte Lockerungen von der Diakonie und dem SP-nahe Pensionistenverband. Laut Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser leiden nämlich die Menschen in den Pflegeeinrichtungen unter der Isolation und den Besuchsverboten "sehr". Es sei aber wichtig, dass seitens Politik und Behörden "genaue und klare Regelungen" festgelegt werden und diese nicht an die einzelnen Einrichtungen delegiert werden.

Pensionistenverbands-Präsident Peter Kostelka wies auf die "enormen" psychischen Belastungen durch das Verbot hin. Besuche müssen daher "sehr bald unter allen gebotenen Gesundheits- und Sicherheitsauflagen" wieder möglich gemacht werden. Freilich brauche es ein "kontrolliertes und sicheres Besuchsmanagement". "Technisch" machbar hält Kostelka beispielsweise eigene Besucherräume, Fiebermessungen, Plexiglas-Schutzwände, Masken, Desinfektionsmaßnahmen etc.

Kritik kam von FPÖ-Chef Norbert Hofer. Anschober stelle einmal mehr seine Eigenschaft als "langsamer Brüter" unter Beweis. "Mit jedem Tag wird die psychische Belastung der Heimbewohner größer, weil sie von ihren Familien abgeschottet sind", argumentierte der FPÖ-Bundesparteiobmann. Hofer verwies auf die Ankündigung Anschobers in Alters- und Pflegeheime verstärkt zu testen. Diese sei knapp eine Woche her, es sei aber nichts passiert.

"Seit Anschobers Ankündigung wurden im Schnitt pro Tag lediglich 5.230 Tests durchgeführt. Eine Nachfrage in einigen Pflegeheimen hat ergeben, dass dort noch keine Tests durchgeführt wurden." Von den durch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor Wochen angekündigten 15.000 Tests pro Tag sei man überhaupt "meilenweit" entfernt. Die sofortige Öffnung der Heime für die Familien der Bewohner ist laut Hofer "überfällig und muss - natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen - sofort umgesetzt" werden

(APA) (Red.)

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