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Schreiben in ständiger Angst

Rinchen Sangpo wurde in einem unterirdischen Kerker festgehalten, gefoltert und verhört. Der Lyriker, Essayist und Prosaautor musste mit ansehen, wie chinesische Polizisten seine Manuskripte verbrannten.

Sie befahlen ihm, nie wieder zu schreiben. Doch dem ehemaligen Mönch aus Tibet gelang die Flucht, obwohl Sangpo seit seiner Haft starke Schmerzen in den Beinen hat und manchmal tagelang nicht laufen kann.

Inzwischen ist der 34-Jährige im Himalaya untergetaucht, seine Texte hat er aus dem Gedächtnis erneut aufgeschrieben und aus Tibet herausschmuggeln lassen.

Viele Fälle unbekannt

Sangpos Schicksal ist alles andere als ein Einzelfall. Weltweit werden Schriftsteller und Publizisten für ihre Texte verfolgt, inhaftiert und ermordet. Nur selten machen ihre Fälle solche Schlagzeilen wie der des italienischen Autors Roberto Saviano, der wegen seines Buches „Gomorrha“ von der Mafia mit Mord bedroht wird.

Auf ihre Situation macht das Writers-in-Prison-Komitee der internationalen Schriftsteller-Vereinigung PEN am „Tag des inhaftierten Schriftstellers“ am 15. November in mehr als 50 Ländern aufmerksam. Allein in China sitzen zur Zeit 43 Schriftsteller und Journalisten im Gefängnis oder werden in „Umerziehungslagern“ misshandelt.

„Das sind nur die bekannten Fälle, die Dunkelziffer ist mindestens doppelt so hoch“, sagt Katja Behrens, die Beauftragte des Writers-in-Prison-Komitees des deutschen PEN-Zentrums in Darmstadt. „Viele Autoren verschwinden einfach, es gibt über sie keine Informationen.“

Nach den Zahlen des PEN wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 20 Autoren getötet, sieben sind verschwunden. 189 Schriftsteller oder Journalisten sitzen im Gefängnis, 50 wurden vorübergehend inhaftiert, gegen 223 läuft ein Gerichtsverfahren. Gegen 96 Autoren gab es Todesdrohungen, 65 wurden überfallen und misshandelt.

Nach den Maßstäben des PEN sei keinem von ihnen etwas vorzuwerfen – außer dass sie etwas geschrieben haben, was von der offiziellen Spur der Regierung abweicht.

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