"Schotterrasen" soll mehr Grün auf Parkplätze bringen

Auf knirschendem Ziegel- und Betonbruch oder auch auf Kies anstatt auf Asphalt oder Beton könnten in Zukunft mehr Autos parken. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Namen "Green Concrete", das am Mittwoch in Wien präsentiert wurde, prüften Wissenschafter die Machbarkeit von "Schotterrasen" als Untergrund für Autostellplätze.

Die Vorteile des alternativen Untergrundes: Es wachsen Pflanzen, Regenwasser fließt nicht oberflächlich ab, sondern versickert.

Viele Städte gelten aus ökologischer Sicht als Wüsten – und das nicht nur im übertragenen Sinn. Je mehr Flächen mit Asphalt oder Beton versiegelt sind, desto mehr Regenwasser landet anstatt im Untergrund in der Kanalisation und belastet nicht zuletzt die Kläranlagen. Alleine in Österreich werden laut Schätzungen täglich rund 15 Hektar – vergleichbar mit der Fläche von 30 Fußballfeldern neu versiegelt. Das internationale Wissenschafter-Team hat daher Alternativen zu den üblichen Untergründen ausgetestet.

“Dabei hat sich Baustoff-Recycling-Material aus Ziegel- und Betonbruch als ebenso geeignet für Parkplätze erwiesen wie etwa Naturschotter aus dem Steinbruch”, sagte Projektmitarbeiter Bernhard Scharf gegenüber der APA. Rundschotter eignet sich dagegen nicht, das Material rutscht zu leicht weg und es entstehen Vertiefungen.

“Schotterrasen” ist nicht nur durchlässig für Wasser, je nach Nutzung findet sich auch eine Pflanzenbedeckung ein. Die Wurzeln sorgen auch für eine zusätzliche Verfestigung des Untergrundes. Durch die Abschattung der Autos kommt es dabei aber kaum zu einem wilden Wuchern der Pflanzen, je nach Nutzung ist eine Mahd gar nicht bis etwa zweimal pro Jahr nötig. “Im Falle eines durchschnittlichen Firmenparkplatzes ist mit einer Pflanzenbedeckung von rund 50 Prozent zu rechnen”, so Scharf.

Durch den Einsatz von alten Baustoffen werden auch die Deponien entlastet. Nur reine Materialien, etwa reiner Betonbruch oder auch reiner Ziegelbruch wird heute bereits rezykliert, etwa als Unterbau für Straßen. Ist das Material gemischt, wurde es bisher meist deponiert. Die Boku-Studie hat gezeigt, dass solches Misch-Recyclat für “Schotterrasen” bestens geeignet ist.

Die Grenzen für den “Schotterrasen” sehen die Forscher dort, wo die Abschattung durch parkende Autos fast durchgehend gegeben ist, etwa bei Parkplätzen von großen Einkaufszentren. Hier finden sich kaum Pflanzen ein und mangels Wurzeln bleibt der Untergrund relativ locker.

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