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Schneechaos im Trentino - Hochwasser-Alarm in Venedig

Heftige Schneefälle haben am Montag mehrere norditalienische Regionen in Schach gehalten, während der Süden des Landes von schweren Niederschlägen heimgesucht wurde. Bilder vom Hochwasser in Venedig 

Im Trentino kam es wegen des heftigen Schnees zu Stromausfällen, mehr als 60.000 Menschen waren betroffen. Auf den Straßen sorgte der heftige Schneefall für Chaos. Bäume fielen auf die Straßen, im Non-Tal blieben die Schulen geschlossen.

Chaotische Zustände auch in Südtirol. In Bozen wurde ein Lagezentrum eingerichtet, das die Einsätze landesweit koordinierte. Bereits um 8.30 Uhr waren im ganzen Land 193 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren im Gange, die Bozner Berufsfeuerwehr hatte bis dahin nicht weniger als 30 Einsätze abgearbeitet. Von den heftigen Schneefällen betroffen war auch die Vinschger Bahn, die aufgrund von Ästen und Bäumen, die die Gleise verlegt hatten, notgebremst werden musste. Bei der Bremsung wurden drei Passagiere verletzt.

Bis zu ein Meter Neuschnee sorgte auch im Pustertal für einen Ausnahmezustand. Aus Innichen etwa wurden Stromausfälle gemeldet, auch Stromleitungen in Bruneck, Toblach und Percha waren unterbrochen. Auf der Pusterer Bahnstrecke musste der Zugverkehr auf ein Minimum reduziert werden. Im ganzen Land sorgte der Schneefall für zum Teil chaotische Zustände auf den Straßen, mehrere – darunter etwa jene ins Eggental – musste zeitweise gesperrt werden. Am Bahnübergang in Vilpian hatten sich zwei Lastwagen ineinander verkeilt, die Berufsfeuerwehr Bozen musste mit schwerem Gerät anrücken.

Jede Menge Schnee ist in der Nacht auf Montag auch in Ligurien und in Piemont gefallen. Rettungsmannschaften suchten nach einem 21-Jährigen, der im Piemont mit seinem Auto in einen Fluss gestürzt ist. In Ligurien kam es zu einem Erdrutsch unweit von Genua. In Mailand sorgten heftige Regenfälle für erhebliche Verkehrsprobleme. In der Stadt Pordenone in Friaul Julisch Venetien riss ein Windsturm die Dächer mehrerer Häuser ab.

Vom Unwetter besonders betroffen war Venedig. Große Teile der Stadt sind am Montag von Flutwellen überschwemmt worden. Der Markusplatz stand 80 Zentimeter unter Wasser, rekordverdächtige 1,6 Meter wurden erwartet. Das städtische Zentrum für Hochwasserwarnungen führte die Überschwemmung auf heftige Windböen zurück, welche die Wassermassen in die Stadt gepeitscht hätten.

Die Kaufleute mussten ihre Waren in Sicherheit bringen. Gehstege wurden aufgestellt, mehrere Einwohner gingen mit Gummistiefel spazieren. Die bisher letzte Flutwelle mit ähnlichen Werten war am 22. Dezember 1979 gemeldet worden. Damals hatte der Wasserstand 1,66 Meter erreicht. Ab diesem Pegel steht die gesamte Lagunenstadt unter Wasser. Bisheriger Rekordstand war am 4. November 1966, als das Hochwasser 1,94 Meter erreichte.

Auch Süditalien wurde von der Schlechtwetterfront nicht ausgespart. Wegen des heftigen Schirokko-Windes wurden die Fährenverbindungen zwischen Neapel und den Inseln Capri und Ischia unterbrochen. Der schwere Sturm und hoher Wellengang legte auch die Fährverbindungen zu den Äolischen Inseln lahm. Schiffe im Hafen von Palermo wurden beschädigt. Sizilien, Sardinien und Kalabrien waren nach Angaben der Behörden besonders von dem Sturm betroffen, eine Zugverbindung musste zeitweise eingestellt werden.

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