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"Schlieri" holte ersten Saisonsieg

Gregor Schlierenzauer hat am Samstag in Trondheim das Dutzend an Weltcup-Siegen voll gemacht und den ersten Saison-Sieg für Österreichs Skispringer geholt.

Der 18-jährige Tiroler legte im ersten Durchgang mit dem Schanzenrekord von 140 Metern den Grundstein zum Triumph und gewann mit 285,7 Punkten 6,8 Zähler vor dem Überraschungsmann Ville Larinto aus Finnland sowie dem Norweger Anders Jacobsen (+6,9). Zweitbester Österreicher wurde Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern als Sechster.

 

Schlierenzauer hat damit auch das Gelbe Trikot von Simon Ammann übernommen und derzeit 15 Zähler Vorsprung auf den Schweizer. Am Sonntag steht in Trondheim ein zweiter Einzelbewerb auf dem Programm.

Ein perfekter Start für Schlierenzauer, der sich im vergangenen Gesamt-Weltcup nur Morgenstern hatte geschlagen geben müssen. Zumindest für einen Tag ist er nun die Nummer 1 im Weltcup. “Das ist natürlich geil und gibt mir weitere Motivation”, meinte Schlierenzauer, dem sein erster Saisonsieg “voll taugt”. In Höchstform sieht er sich aber trotz der 100 Punkte aber noch nicht. “Ich habe schon noch etwas vor mir, aber mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden. Aber der allerletzte Kick fehlt mir schon noch!”, meinte er gegenüber der APA.

“Das war wichtig für das Team, weil man ja weiß, dass man gut drauf ist. Da ist schön, wenn man gleich richtig zuschlagen kann”, freute sich auch Cheftrainer Alexander Pointner über den ersten Saisonsieg seiner Truppe, der schon vergangenes Wochenende (Simon Ammann vor drei Österreichern bzw. zweiter Rang im Teambewerb) knapp verfehlt worden war.

Pointner warnt allerdings davor, die Konkurrenz zu unterschätzen. “Man hat auch heute wieder gesehen, dass alles nicht so selbstverständlich ist”, so Pointner, der vor allem die starken Finnen und Norweger lobte. Gegenüber dem Auftaktspringen in Kuusamo, das doch auch recht von Wind beeinflusst war, gab es am Samstag in Trondheim einen sehr kalten Winterabend mit fairen Bedingungen und vielen weiten Sprüngen. Den weitesten hatte Schlierenzauer im ersten Durchgang in den Auslauf gesetzt und mit 140 Metern nach seinem 139-m-Satz vom Vortag neuerlich Schanzenrekord aufgestellt. Die Hillsize des Bakkens war erst heuer auf 140 gesetzt worden. Durchaus möglich, dass es am Sonntag zu einer weiteren Verbesserung kommt.

Noch nicht ganz so weit ist Doppel-Olympiasieger Morgenstern, der sich dennoch über einen guten sechsten Platz freuen durfte. “Der erste Sprung heute war sein bester auf Schnee bisher. Da fehlt nicht mehr viel”, ist Pointner überzeugt. Als dritter ÖSV-Mann in den Top Ten behauptete sich Wolfgang Loitzl als Neunter, der Steirer war beim Auftakt vor einer Woche Zweiter gewesen. Noch gar nicht nach Wunsch läuft es für Andreas Kofler, allerdings plagen ihn schon seit einige Zeit Schmerzen wegen eines Weisheitszahns, der ihm kommende Woche nach der Heimkehr entfernt wird.

An der Ausgangslage für Sonntag habe auch der Sieg Schlierenzauers nichts geändert, meinte Pointner, weil das Feld eben schon sehr dicht sei. Das meinte auch Schlierenzauer. “Es gibt jetzt schon sicher zehn Springer, die gewinnen können. Heute war eben ich der Glückliche.” Besonders freute ihn, dass er den 140-m-Rekordflug so gut setzen konnte. “Da war ich sehr glücklich, weil ich noch den Telemark machen konnte.” Auch für Sonntag wünschte sich “Schlieri” ähnliche “Laborbedingungen” wie am ersten Tag in Trondheim.

Nach den Bewerben in Trondheim geht es für Schlierenzauer und Co. ja nach Pragelato, an das das ÖSV-Team von den Olympischen Spielen 2006 her ausgezeichnete Erinnerungen hat. Durchaus möglich, dass sie dort wieder auf die Nordischen Kombinierer treffen: Die FIS überlegt derzeit, die für kommendes Wochenende in Liberec abgesagten Weltcupbewerbe an den Olympia-Schauplatz zu verlegen. Eine Entscheidung soll bis Montag fallen.

 

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