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Schild in Marburg um "gutes Olympiagefühl"

Unglaublich, aber im Ski-Weltcup der Damen biegen die technischen Disziplinen schon Mitte Jänner in die Zielgerade. In Marburg stehen am Samstag (11.00/14.00) der drittletzte Riesentorlauf und am Sonntag (9.15/12.15/beide live ORF 1) der bereits siebente und damit vorletzte Saisonslalom auf dem Programm.

Bei der 46. Auflage der Rennen um den “Goldenen Fuchs” werden 25.000 Zuschauer erwartet.

Für Marlies Schild steigt in Slowenien und damit fast sechs Wochen vor dem Olympia-Slalom am 26. Februar bereits die Generalprobe für Vancouver. Nach ihren zwei Heimsiegen in Lienz und Flachau liegt die nach einjähriger Verletzungspause wieder in Höchstform fahrende Salzburgerin im Slalom-Weltcup nur 53 Punkte hinter der Deutschen Maria Riesch.

“Wenn es sich für die Kugel noch ausgeht, wär’s super. Aber sie war nicht mein oberstes Saisonziel und es gibt Hänge, die mir mehr liegen als der Pohorje”, gab sich Schild defensiv. “Den Slalom-Weltcup habe ich vielleicht eh schon mit dem Sturz in Zagreb verschenkt. Ich will aus Marburg vielmehr endgültig ein gutes Gefühl für Olympia mitnehmen”, so Schild.

Wie Schild bereitet sich auch Kathrin Zettel schon seit längerem im Kopf auf die Olympia-Bewerbe vor. In ihren fünf Saisonslaloms (in Levi fehlte sie krankheitsbedingt) war die Niederösterreicherin nie schlechter als Vierte und gleich viermal auf dem Podest. Der nach insgesamt sieben Podestplätzen immer noch fehlende Sieg “wurmt mich nicht”, versicherte die mit anhaltenden Knieschmerzen kämpfende Zettel, zuletzt 3. in Flachau. Im Vorjahr war Zettel in Marburg Slalom-Zweite, obwohl ihr der relativ einfache Hang dort ebenso wenig entgegenkommt wie Schild.

Marburg ist auch in dieser Hinsicht letzter Check für Olympia, denn die Slalom-Piste in Whistler Creekside “könnte ebenfalls etwas anspruchsvoller sein”, so Schild. Auf den relativ einfachen Hängen in Flachau und Marburg wurde deshalb das “Außergewöhnliche” nochmals getestet. “Ich will mich ja vor Überraschungen in Vancouver schützen”, so Schild in Flachau, wo die ÖSV-Damen auch am Donnerstag nochmals trainierten.

Im Gegensatz zu Zettel war Schild vor zwei Jahren beim Olympia-Test in Whistler dabei, sie wurde 11. in der Abfahrt und – hinter Riesch – 2. in der Superkombi. Nach ihrer schweren Verletzung vom Herbst 2008 fährt sie derzeit aber nur noch Slalom. Ein weiteres Sensations-Comeback im Riesentorlauf (“Da habe ich seit Sommer aber vielleicht zweimal trainiert”) oder gar in der Kombi schließt Chefcoach Herbert Mandl als “zu riskant” praktisch aus. Schild soll die fast eineinhalbmonatige Pause nach Marburg mit FIS- und Europacuprennen überbrücken.

Marburg ist die letzte Möglichkeit für die jungen ÖSV-Girls, auf den olympischen Slalom-Zug aufzuspringen. Während im Riesentorlauf das Olympia-Quartett mit Zettel, Eva-Maria Brem, Michaela Kirchgasser und derzeit vermutlich Elisabeth Görgl (fährt nach einer Auszeit auch wieder Slalom in Marburg) steht, nutzte zuletzt in Flachau wieder keine die Chance, sich das vierte Slalom-Ticket hinter Schild, Zettel und Kirchgasser zu sichern. Inklusive Schilds jüngerer Schwester Bernadette. “Dabei kann sie viel mehr. Aber es ärgert sie selbst eh am meisten”, fühlte Marlies Schild mit der Junioren-Weltmeisterin.

Die “große” Schild ist aber – wie die verletzte Nicole Hosp – ohnehin der Meinung, “dass die Jungen einfach mehr Gas geben müssen.” Zettel brachte es noch drastischer auf den Punkt. “Vielleicht sollte man ihnen ein bissl in den Hintern treten. Im Training fahren sie ja sensationell.”

So wie Schild um die Salom-, kämpft Zettel als Zweite mit nur 16 Punkten Rückstand auf die deutsche Weltmeisterin Kathrin Hölzl noch um die Riesentorlauf-Kugel. Eine Vorentscheidung könnte hingegen im Kampf um die große Kugel fallen. Denn Weltcup-Leaderin Lindsey Vonn hatte schon am Saisonbeginn den Pohorje als den Berg bezeichnet, auf dem sie am ehesten in Slalom und Riesentorlauf ganz vorne landen kann.

Wenn der US-Amerikanerin das am kommenden Wochenende tatsächlich gelingt, ist die Entscheidung um die Kugel wohl gefallen. Die Deutsche Maria Riesch liegt zwar nach 18 von 33 Rennen nur 112 Punkte zurück, nach Marburg sind neben 2 Superkombis aber gleich 8 der dann noch ausstehenden 13 Rennen reine Speed-Bewerbe.

Und was Vonn da drauf hat, hat sie zuletzt mit ihrem Speed-Triple in Haus gezeigt. “Es wird sehr, sehr schwierig, wenn man sich das ausstehende Programm anschaut”, ist Riesch bewusst. “Man braucht nicht wirklich viel rechnen um zu wissen, dass es sich für mich eigentlich nicht mehr ausgehen kann, so wie Lindsey derzeit fährt”.

ÖSV-Teams für Marburg: Riesentorlauf (10): Kathrin Zettel, Elisabeth Görgl, Michaela Kirchgasser, Eva-Maria Brem, Stefanie Köhle, Anna Fenninger, Andrea Fischbacher, Regina Mader, Karin Hackl, Ramona Siebenhofer; Slalom (8): Marlies Schild, Zettel, Kirchgasser, Fenninger, Görgl, Carmen Thalmann, Brem, Bernadette Schild.

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