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Schild im Aspen-Slalom nur von Zahrobska besiegt

©EPA
Das Sensations-Comeback von Marlies Schild geht weiter. Im zweiten Slalom nach ihrer 20-monatigen Rennpause wurde die 28-jährige Salzburgerin am Samstag in Aspen Zweite vor ihrer ÖSV-Teamkollegin Kathrin Zettel.
Bilder: Damen-Slalom in Aspen

Geschlagen geben musste sich Schild nur der überlegenen Ex-Weltmeisterin Sarka Zahrobska aus Tschechien, die auf dem eisigen Steilhang eine Klasse für sich war und mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf Schild und 0,77 auf Zettel ihren Vorjahressieg wiederholte.

Nicht einmal eine Stunde, nachdem ihr Lebensgefährte Benjamin Raich in Lake Louise knapp am Sieg im Super-G vorbeigefahren war, belegte auch Schild in Colorado Platz zwei. Ein wahrlich “silberner” Tag für Österreichs Skipärchen Nummer eins. Zwei Wochen, nachdem sie beim Comeback in Levi bereits Sechste geworden war, fuhr Schild trotz gravierender Fehler im Finale klare Bestzeit und damit im zweiten Comeback-Rennen bereits auf das Podest.

Und das, obwohl sie wegen der pickelharten Eispiste ihr vor 13 Monaten so schwer verletztes Bein schonen musste und sich zwischen den Durchgängen nur humpelnd fortbewegen konnte. “Es war sehr, sehr schwierig. Ich hatte in beiden Läufen grobe Fehler. Aber ich habe auch gesehen, dass ich es wieder drauf habe, ich habe mich, glaube ich, noch nie so gefreut wie heute”, sagte Schild mit Tränen in den Augen. Sie habe schon in Levi mit einer Durchschnittsleistung die Top-Ten geschafft. “Heute bin ich überglücklich mit dem zweiten Platz und möchte das mitnehmen in die nächsten Rennen.”

Zettel holte den sechsten Podiumsplatz in ihren vergangenen neun Aspen-Rennen seit 2005, nur der zweite Sieg gelang ihr auf ihrem maßgeschneiderten Lieblingshang nicht. Sie tröstete sich als Riesentorlauf-Zweite und Slalom-Dritte über 38.000 Franken Preisgeld und der Führung in der Weltcup-Gesamtwertung mit 220 Punkten, nachdem die am Rücken verletzte bisherige Leaderin Tanja Poutiainen (Finnland) zum Slalom nicht angetreten war, Lindsey Vonn (USA) ausschied und Maria Riesch (Deutschland, Gesamtzweite mit 176) Fünfte wurde.

Aber dass sie als Führende am Montag zurück in die Heimat flog, war der Niederösterreicherin relativ egal. “Weil’s mir nichts bringt”, so die Göstlingerin. Sie wird diese Führung kommende Woche kampflos abgeben müssen, weil sie bei den Speedrennen in Lake Louise nicht antritt und erst in Aare wieder zurückschlagen können.

“Es war ein Traumwochenende. Drittes Rennen, drittes Podium – ich kann mich nicht beschweren”, sagte die Niederösterreichern, die wegen ihrer Kniescheibenprobleme das halbe Sommertraining verpasst hatte und immer noch Schmerzen hat. “Ich bin froh, dass das Knie hält. Es ist spürbar, wenn es hart und eisig ist.”

Nur an Zahrobska bissen sich beide ÖSV-Damen die Zähne aus. Die Weltmeisterin von 2007 hatte hier im Vorjahr ihren ersten Weltcupsieg seit ihrem WM-Titel gefeiert und ließ nun an gleicher Stelle ihren zweiten folgen. Die Tschechin war in Lauf eins 1,07 Sekunden schneller als Zettel und 1,49 als Schild – das reichte. “Marlies war sehr gut im zweiten Lauf. Zum Glück hatte ich einen großen Vorsprung”, atmete Zahrobska durch. Zettel lobte die Siegerin. “Ihr Fahrstil für hier ist perfekt, sie fährt geschmeidig, ruhig und mit viel Gefühl.”

Einen Tag nach dem Riesentorlauf auf völlig vereister Piste hatte man die Rennstrecke mit Steigeisen zwar etwas aufgeraut, dennoch wurde auch der Slalom keine gute Werbung für den Damenrennlauf. 24 Ausfälle alleine in Lauf eins sowie gigantische Zeitrückstände führten dazu, dass man sich mit 5,28 Sekunden Rückstand noch für das Finale qualifizierte.

Es wären also billige Punkte zu holen gewesen, aber während die Deutschen und die Franzosen mehrere junge Läuferinnen in die Top-Zwölf brachten, punkteten im ÖSV-Lager nur noch Elisabeth Görgl (25.) und die RTL-Fünfte Eva-Maria Brem, mit Nummer 62 auf Rang 28 fuhr. Zudem verletzte sich die Tirolerin Alexandra Daum nach einem Einfädler und Sturz schwer am Knie und fällt aus. ÖSV-Cheftrainer Herbert Mandl bedauerte: “Sie hätten alle nur ganz normal runterfahren müssen. So eine Chance bekommen sie sobald nicht wieder.”

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