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Schießerei in Gebetshaus - Projektil traf Cobra-Mann in Schutzweste

©APA
Die Polizei hat nach den Schüssen eines indisch-stämmigen Sikh-Gläubigen auf die Polizei ein Projektil in der Schutzweste eines angegriffenen Cobra-Mannes gefunden.
Erhebungen nach Schüssen
Schüsse auf die Polizei
Schüsse auf die Polizei

Die zweite abgefeuerte Kugel steckte im linken Schulter-Brustbereich und wurde erst bei der Reinigung am Dienstag entdeckt, teilte Polizeisprecher Michael Takacs am Mittwoch mit. Der Beamte hatte großes Glück und den Treffer durch die Abfederung der Weste nicht bemerkt. Die Ermittler hatten nach der Patrone bis zum Fund in einer unverputzten Mauer im Hof gesucht, dort blieb auch die erste stecken.

Zu dem Angriff auf die Beamten war es im Zuge von acht angeordneten Haus- und einer freiwilligen Durchsuchung am Montag im Zuge der Ermittlungen nach der Schießerei in einem indischen Gebetshaus in Wien gekommen. Dabei wurden am 24. Mai ein indischer Prediger getötet und elf Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Der 26-jähriger Amrit S. der am Montag durch die geschlossene Tür seiner Wohnung in der Preysinggasse in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus mit einer registrierten Glock (Kaliber 9 mm) das Feuer auf die Polizei eröffnete, gab nach seiner Festnahme an, aus Angst zur Waffe gegriffen und die Beamten nicht als Polizisten erkannt zu haben.

Laut Polizei hatte der österreichische Staatsbürger mit indischen Wurzeln Kontakt zu einem der sechs mutmaßlichen Täter, die unmittelbar nach dem Attentat im Gebetshaus festgenommen wurden. Nähere Details werden nicht bekanntgegeben. Die bei den Hausdurchsuchungen in großer Zahl beschlagnahmten Waffen und Computerdatenträger müssen noch zugeordnet und analysiert werden, erst dann will die Polizei weitere Auskünfte darüber geben. Gleichzeitig gestürmt wurden bei der Aktion unter anderem Wohnadressen der verhafteten Verdächtigen. Brutale Bilder von Hinrichtungen wurden dort nicht gefunden, dementierte Takacs entsprechende Medienberichte. Es gebe lediglich eine gemalte Darstellung eines Märtyrer-Todes.

Der noch im Tiefschlaf liegende mutmaßliche Haupttäter ist am Mittwoch aus Sicherheits- und medizinischen Gründen vom UKH Meidling in ein anderes Spital in der Bundeshauptstadt verlegt worden. Langsam werden laut Takacs Aufwachphasen eingeleitet, ob und wann diese erfolgreich sein könnten, wisse man nicht. Der Mann erlitt im Zuge des Attentats durch Schläge von Tempelbesuchern schwere Kopfverletzungen.

Am 24. Mai war während einer Predigt in einem Ravi Dass-Gebetshaus in der Pelzgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus der in seiner Heimat bekannte indische Prediger Sant Rama Anand (Nand) getötet worden. Der ebenfalls aus Indien angereiste Führer der Glaubensströmung, Sant Niranjan Dass, wurde schwer verletzt. Sechs Hauptverdächtige wurden unmittelbar danach festgenommen.

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