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Schauspieler Depardieu schlug Justiz ein Schnippchen

Gerard Depardieu darf trotz Führerscheinentzug noch Auto fahren.
Gerard Depardieu darf trotz Führerscheinentzug noch Auto fahren. ©AP
Der französische Schauspieler Gerard Depardieu hat der Pariser Justiz im Streit um eine Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer ein Schnippchen geschlagen. Nach Angaben seines Anwalts Eric de Caumont ließ sich der 65-Jährige in seinem Wohnsitzland Belgien einen in Frankreich nicht einziehbaren Führerschein ausstellen.

Mit diesem könne er trotz einer Verurteilung zu sechs Monaten Führerscheinentzug weiter Auto und Motorroller fahren, erklärte de Caumont. Depardieus Anwalt hatte kurz zuvor bei einem Gerichtstermin offiziell die Berufung gegen einen Richterspruch aus dem vergangenen Jahr zurückgenommen. Mit diesem war der Schauspieler zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro und sechs Monaten Führerschein-Entzug verurteilt worden.

Depardieu erschien nicht vor Gericht

Depardieu erschien zu keinem der Gerichtstermine persönlich. Am Dienstag war er nach Angaben seines Anwalts auf dem Weg nach China. Das Verfahren war mehrfach verschoben worden, zuletzt im Dezember 2013. Die Staatsanwaltschaft hatte Depardieus Nichterscheinen vor Gericht als “frustrierend” kritisiert – vor allem, weil dieser die Alkoholvorwürfe über seinen Anwalt abstreiten ließ. Sie plädierte neben einer Geldstrafe von 4.000 Euro auf zehn Monate Führerscheinentzug.

Betrunken vom Motorroller gestürzt

Grund für das Verfahren war ein Unfall Depardieus im November 2012 in der französischen Hauptstadt. Der Filmstar war dabei mit 1,8 Promille Alkohol im Blut von seinem schweren Motorroller gestürzt. Erlaubt sind im französischen Straßenverkehr lediglich 0,5 Promille. Niemand wurde verletzt. Bereits 1990 und 1998 war Depardieu nach Alkoholfahrten zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Damals hatte er mit bis zu 2,55 Promille schwerere Unfälle gebaut und war selbst verletzt worden.

“Reichenfeindliches” Frankreich

Der als großer Wein-Liebhaber geltende Depardieu macht seit Jahren nicht nur mit Filmen wie “Asterix & Obelix”, “Mammuth” oder “Daddy Cool” Schlagzeilen. Im Dezember 2009 musste er nach einem Wutanfall auf offener Straße bei der Polizei vorstellig werden.

Anfang 2013 zog er heftige Kritik von seinen Landsleuten und Menschenrechtern auf sich, als er von Kreml-Chef Wladimir Putin einen russischen Pass annahm – nachdem er bereits 2012 offiziell nach Belgien umgezogen war. Depardieu begründete die Entscheidung unter anderem mit der seiner Meinung nach reichenfeindlichen Politik von Frankreichs Präsident Francois Hollande.

(APA)

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