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Saxofonist Lee Konitz wird 75

Der amerikanische Alt-Saxofonist Lee Konitz gilt als einer der „Architekten“ des Modernen Jazz. An diesem Sonntag (13. Oktober) feiert er seinen 75 Geburtstag.

Konitz spielte eine wichtige Rolle bei den legendären Jazz-Sessions „Birth Of The Cool“ (1948 bis 1950) unter Miles Davis und Gil Evans. Außerdem hatte er nach Einschätzung von Kritikern erheblichen Einfluss auf die Evolution des europäischen Jazz.

Konitz wuchs in Chicago auf und ist tief verwurzelt im Stil dieser Stadt. Sein erstes Instrument war eine Klarinette. Bereits Mitte der 40er Jahre spielte er mit Jerry Wald. 1947 schloss er sich Claude Thornhills Orchester an. Miles Davis schätzte an ihm, dass er die harmonischen Ideen von Charlie Parker aufgriff, diese aber ruhiger, gleichmäßiger und mit mehr Längen spielte.

Doch Konitz scheute sich auch nicht, beim Bebop Anleihen zu nehmen, und sich immer wieder neu zu erfinden. Er entwickelt seinen Stil unentwegt weiter, ohne mit seiner Innovationslust die Qualität aufs Spiel zu setzen. Seine Musik ist überaus persönlich, voller Enthusiasmus und Energie. Trotz fortgeschrittenen Alters fehlt es ihm auch heute noch nicht an neuen Ideen.

Während er noch mit Davis die „Geburtsstunde des Cool (Jazz)“ feierte, hatte Konitz Ende der 40er Jahre begonnen, mit Lennie Tristano und dem Tenor-Saxofonisten Warne Marsh zu experimentieren. Nach seiner ersten Europa-Tournee 1951 folgten unter anderem Auftritte mit Gerry Mulligan. 1965 erscheint Konitz in New Yorks berühmter Carnegie Hall, noch im gleichen Jahr auch beim Jazz- Festival in Paris und in Lugano.

In den USA zeichnet Konitz eine Reihe von Duos auf, unter anderen mit Joe Henderson. In Deutschland ist er Ende der 60er Jahre mit Attila Zoller und Albert Mangelsdorff zu hören, in Italien mit Solal und Enrico Rava. In New Yorks Town Hall spielt Konitz 1972 neben Mingus. Er gibt Platten heraus mit Dave Brubeck und Anthony Braxton, begleitet Paul Bley und Gil Evans.

Kritiker erklären seinen Erfolg damit, dass Konitz in seiner mehr als 60-jährigen Laufbahn nie seine Neugier und seine Bereitschaft verlor, Inspirationen aufzusaugen und musikalisch zu wachsen.

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