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Saudi-Arabien: Zweifel an Selbstmorden

Die Behörden Saudi-Arabiens haben Zweifel an US-Berichten über den Selbstmord von drei Häftlingen im berüchtigten US-Gefangenenlager Guantànamo auf Kuba.

Ein Sprecher des Innenministeriums äußerte am Sonntag den Verdacht, die Männer könnten gefoltert worden sein. Man werde sich bemühen, die sterblichen Überreste der beiden Saudis zur Beerdigung nach Saudi- Arabien zu überführen.

Die USA stehen international unter Druck, das Sondergefangenenlager zu schließen. US-Präsident Bush äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über den Vorfall. Am Samstag waren in dem Gefangenenlager auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba zwei saudiarabische Bürger und ein jemenitischer Staatsangehöriger tot aufgefunden worden. Nach Angaben des US-Militärkommandos Süd in Florida hatten sich die drei Häftlinge erhängt.

Es waren die ersten Selbstmorde von Häftlingen seit der Nutzung des US-Stützpunktes als Gefängnis Anfang 2002. Bisher wurden in Guantanamo Dutzende von Selbstmordversuchen vereitelt, wie die Armee mitteilte. Die USA hatten das Lager nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet, die mehr als 460 Insassen stammen aus 40 Ländern, die meisten aus Saudi-Arabien, Afghanistan und dem Jemen.

Die USA haben die Gefangenen als „feindliche Kämpfer“ eingestuft, nicht als Kriegsgefangene. Damit haben sie nicht die Rechte, die die Genfer Konvention für Kriegsgefangene festlegt. Die USA haben Sondermilitärgerichte eingesetzt, um einigen der Insassen den Prozess zu machen. Der Oberste Gerichtshof der USA soll voraussichtlich noch in diesem Monat über die Rechtmäßigkeit solcher Tribunale befinden.

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