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SARS: Massenpanik in Peking

Die wachsende Zahl von SARS-Fällen hat in Peking zur Massenpanik geführt. In Toronto hingegen herrscht Erleichterung, in Europa droht keine Epidemie.

Die wachsende Zahl von SARS-Infektionen und die Isolierung weiterer Einwohner Pekings haben nach Behördenangaben zu einer Massenpanik in der chinesischen Hauptstadt geführt. Der Pekinger Bürgermeister Wang Qishan berichtete am Mittwoch von einer Massenpanik mit Hamsterkäufen von Medikamenten und Nahrungsmitteln. Der Virus drohe, das Gesundheitssystem zu besiegen.

„Da die Panik unter der Bevölkerung nicht nachgelassen hat, bleibt noch viel zu tun, um die soziale Stabilität sicherzustellen“, sagte Wang Qishan. Die Stadt gehe entschlossen vor, um die Krankheit einzudämmen.

In Peking stehen nach Berichten amtlicher Medien mittlerweile fast 10.000 Menschen unter Quarantäne, nachdem die Behörden die Einwohner eines Gebäudes im Zentrum der Hauptstadt und eines weiteren in einem nördlichen Stadtteil isoliert haben. Peking ist mit nahezu 1.350 SARS-Fällen und 66 Toten die weltweit bisher am schwersten von der Lungenkrankheit betroffene Region.

Erleichterung herrschte dagegen in Toronto, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die wegen der Lungenkrankheit SARS verhängte Warnung vor Reisen in die kanadische Wirtschaftsmetropole mit Wirkung vom Mittwoch aufhob. Nach Einschätzung des SARS-Beauftragten der WHO, Wolfgang Preiser, droht in Europa keine Epidemie des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS).

Strengere Maßnahmen zur Eindämmung von SARS, einschließlich einer stärkeren Überwachung der Flughäfen, hat auch Kanada zugesichert. Kanada ist das einzige Land außerhalb Asiens, in dem Menschen an SARS gestorben sind. Am Dienstag hatte die WHO die wegen der Lungenkrankheit verhängte Warnung vor Reisen nach Toronto ab Mittwoch aufgehoben. „Wir sind erfreut über die jüngste Entscheidung der WHO“, sagte der Gesundheitsminister der kanadischen Provinz Ontario, Tony Clement.

Die WHO-Warnung vor Reisen nach Toronto hatte einen Proteststurm in Kanada ausgelöst, das durch diese Entscheidung seine Wirtschaft gefährdet sah. Laut WHO-SARS-Beauftragten Preiser muss mindestens noch mehrere Monate mit vereinzelten eingeschleppten SARS-Fällen gerechnet werden. Im DeutschlandRadio Berlin warnte er am Mittwoch laut redaktioneller Fassung, deshalb sei auch weiterhin Vorsicht geboten.

Das öffentliche Gesundheitswesen sei aber auf die Eindämmung solcher Krankheitsfälle vorbereitet. Infektionen im engeren Familienkreis von Erkrankten seien zwar möglich, eine weitere Ausbreitung aber unwahrscheinlich. Weltweit sind nach Zahlen der WHO und nationaler Behörden mehr als 5.500 Menschen mit SARS infiziert und 350 Menschen der Krankheit erlegen.

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