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SARS: Die Welt in Angst

Zunehmend ernster werdende Nachrichten gab es weltweit zum Thema der atypischen Lungenentzündung, die insbesondere in Asien grassiert.

Zur Eindämmung der Seuche entschlossen sich die Hongkonger Behörden zur Einrichtung einer Quarantänestation auf dem Festland. Erstmals wurde in Deutschland ein Coronavirus bei einem Patienten festgestellt.

Das Coronavirus, das als wahrscheinlicher Erreger der Lungenentzündung SARS gilt, war bei einem 77-jährigen Patienten im nordrhein-westfälischen Hemer nachgewiesen worden. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es in Deutschland damit bisher fünf „wahrscheinliche“ Fälle des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS) sowie zwölf Verdachtsfälle. Experten sehen bisher aber keine Hinweise, dass sich die Krankheit in Deutschland zu einer Epidemie ausweiten könnte.

Zur Eindämmung der gefährlichen Lungenseuche SARS will Hongkong die Bewohner des am schwersten betroffenen Wohnblocks in Quarantänelager auf dem Lande umsiedeln. Betroffen sind 240 Menschen, wie die Behörden der chinesischen Sonderzone am Dienstag mitteilte. Aus der Wohnanlage Amoy Garden wurden schon mehr als 140 SARS-Fälle gemeldet. Der Krankheit fielen bisher mindestens 63 Menschen in 15 Ländern zum Opfer, mehr als 1.600 erkrankten weltweit. Allein in Hongkong wurden bisher rund 600 Infizierte und 15 Tote registriert.

China reagierte inzwischen auf die internationale Kritik an seinem Umgang mit SARS und veröffentlichte Richtlinien für die Behandlung von Erkrankten. Diese wurden auf der Web-Site der chinesischen Behörde für Seuchenbekämpfung veröffentlicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte sich jedoch nach wie vor unzufrieden über die Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden. So gebe es aus Peking noch keine täglichen Informationen zu SARS. In China war die Seuche im November vergangenen Jahres vermutlich zuerst aufgetreten, es ist mit 34 Todesfällen auch das am schwersten betroffene Land.

Unterdessen bestätigten die australischen Behörden am Dienstag den ersten Fall der gefährlichen Lungenkrankheit. Der Patient habe sich aber wieder erholt, und die Krankheit habe sich nicht ausgebreitet, erklärte der Leiter der Gesundheitsbehörde, Richard Smallwood. Auch Spanien meldete am Dienstag einen ersten SARS-Verdachtsfall. Das in der Schweiz ansässige Weltwirtschaftsforum verschob ein für Mitte April in Peking geplantes Treffen von Wirtschafts- und Regierungsvertretern auf kommenden Herbst.

In Hongkong gab es Panikkäufe, nachdem über das Internet das Gerücht verbreitet wurde, die Metropole könne wegen ihrer hohen Zahl von Erkrankungen zum infizierten Gebiet erklärt werden. Die Regierung sah sich gezwungen, dem Gerücht zu widersprechen, dass auch Supermärkte, der Flughafen und Seeverkehr gesperrt würden. Gesundheitsministerin Magaret Chan betonte, alles werde normal weiterlaufen.

In Österreich herrscht seit dem Auftreten der ersten SARS-Verdachtsfälle eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. Wie die Geschäftsführerin der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Christine Weber, im APA-Gespräch erklärte, stehen im Auftrag des Gesundheitsministeriums im Verdachtsfall im AGES-Labor in der Währinger Straße in Wien-Alsergrund zwei Mediziner und vier Medizinisch-Technische Assistentinnen zur Untersuchung von Proben zur Verfügung. Die Rufbereitschaft wurde nach dem Auftreten des ersten Verdachtsfalles in Österreich Mitte März verfügt. Vom Gesundheitsministerium wurde auch eine Hotline unter der Nummer 0800-201611 eingerichtet. Sie ist von Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr für Anfragen aus der Bevölkerung besetzt.

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