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Salzburger Mozartwoche: Kehraus mit Bach, Bass und Mozart

Bögen in hoher Geschwindigkeit, aber mit wenig Druck über die Saiten gezogen, das gibt einen weichen, wolkigen, aber wenig konturierten Klang.

Die Camerata Salzburg hat sich in ihrem Konzert zum Abschluss der Salzburger Mozartwoche für diese Art der Tonerzeugung in relativ kleiner Besetzung entschieden. Damit liegt das Salzburger Orchester mitten drin in der Bandbreite aktueller, bei der Salzburger Mozartwoche angebotenen Interpretations-Stile – zwischen den knackig-spritzigen Originalton-Ensembles wie Concentus Musicus oder Les Musiciens du Louvre und der hochkultivierten, dem 19. Jahrhundert verpflichteten Samtigkeit der Wiener Philharmoniker.

Das gilt für Mozart, aber mehr noch für Bach. Der spielte im Abschlusskonzert der Mozartwoche 2008 gestern, Sonntag, Abend nämlich eine Hauptrolle, die von Matthias Goerne getragen wurde. Kein anderer Bassist verfügt im Moment über eine derart klare Stimme und zugleich über voluminösen, satten Bass-Klang. Goerne plagt sich nicht, er drückt und quetscht nicht, er hat stimmliche Reserven, die manchmal aufblitzen und den Raum fluten mit satter Tiefe. Dabei bleibt die Sprache verständlich, und die musikalischen Linien und Bögen versumpfen nicht im tiefen Gewabbel. Hätte sich auch noch die Solo-Oboe ans Tempo gehalten, wäre eine konventionelle, aber rundum stimmige und schlüssige Kantate “Ich habe genug” BWV 82 zu erleben gewesen.

Jugendliche, aber reife, kluge und entschlossene Attacke des Bogens auf der Saite, wunderschöner, wenn auch stark vibrierender Geigenklang und vor allem simple, aber überzeugend gestaltete Phrasen – das waren die interpretatorischen Eckpunkte, mit denen die 29-jährige Hilary Hahn Mozarts Konzert für Violine und Orchester in G-Dur, KV 216 in mundgerechte Happen zerteilte und ihrem Publikum servierte. Verführerisch angerichtet, weil elegant in großem Ton schwelgend, dabei aber nicht romantisch, sondern stets dem fließenden Rhythmus, dem strengen Metrum und der motorischen Energie verpflichtet. Unspektakulär-geradliniger Mozart – warum nicht.

Am Ende des Konzerts und zugleich der Mozartwoche 2008 stand die fetzige und dankbare Linzer-Symphonie in C-Dur, KV 425. Die Camerata und ihr optisch groß-gestischer, musikalisch eher wenig wirkungsvoller Dirigent Paul McCreesh ließen sich nicht lange bitten und fegten mit Karacho durch diese technisch nicht allzu anspruchsvolle Partitur. Die Musiker ließen es krachen, dass sich die Balken bogen, ein wenig hemdsärmelig vielleicht, die feine Klinge ist was anderes, klar, aber als Kehraus für das Salzburger Musikfest im Winter ein gültiger Beitrag zur Vielfalt der aktuellen Mozart-Interpretation.

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