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Salzburger in Algerien weiter verschollen

Die 29 in Algerien vermissten Touristen blieben heute, Montag, weiter verschollen. Auch von den acht Salzburgern gab es keinerlei Lebenszeichen.


Ihr Schicksal ist rästelhaft: Die Behörden in Algerien gingen zwar „Anhaltspunkten“ nach, doch war unklar, ob die Gruppe von Terroristen entführt worden ist. Bundespräsident Thomas Klestil hat Staatschef Abdelaziz Bouteflika ersucht, sich für die Suche nach den in der algerischen Sahara vermissten Österreichern einzusetzen.

Österreichische Urlauber, die sich derzeit in der Region befinden, sollen so bald wie möglich „auf sicheres Territorium“ gebracht werden. Eine Delegation, der auch zwei Leute der Spezialeinheit Cobra angehören, sei derzeit mit 15 österreichischen Touristen in Kontakt, die in drei Gruppen unterwegs sind. Das Außenministerium mache sich Sorgen, dass diese ansonsten die gleiche Route in der Sahara nehmen würden wie die Vermissten.

Das Außenministerium hat wegen der Angelegenheit ein Krisenzentrum unter der Führung von Generalsekretär Johannes Kyrle eingerichtet, teilte Ferrero-Waldner mit. Weiters sei die Botschaft in Algier verstärkt worden. Die Ministerin appellierte an die Österreicher, Expeditionen in dünn besiedelte Gebiete in Algerien zu vermeiden. Auch sollten die Reisewarnungen des Außenministeriums beachtet werden, betonte sie. Das Ministerium sei nun bestrebt, weitere Österreicher gar nicht erst in das Krisengebiet kommen zu lassen.

Bei der Suche nach den in Algerien verschollenen Salzburgern soll jetzt auch das Internationale Rote Kreuz eingeschaltet werden. Das hat Landesrettungskommandant Gerhard Huber heute, Montag, im Mittagsjournal des ORF-Radios Salzburg angekündigt. Die Angehörigen haben indessen keinerlei Neuigkeiten aus Algerien erfahren, wie Monika Bleckmann der APA bestätigte. Sie vermisst ihren Mann und einen Sohn.

„Es hat ein Beispiel vor einigen Jahren gegeben“, so Rettungskommandant Huber, „da erfolgte in der Botschaft in Lima in Peru eine Geiselnahme. Da hat das Rote Kreuz die Vermittlung übernommen, weil es das Vertrauen beider Parteien genossen hat. Das gleiche könnten das Rote Kreuz oder der Rote Halbmond auch in Algerien anbieten.“

Das Rote Kreuz in Salzburg könne den Angehörigen der Vermissten nur in einem Punkt konkret helfen, sagte Huber. Es könne durch einen optimalen Kontakt zu den algerischen Kollegen die Angehörigen der Verschollenen bestmöglich auf dem Laufenden halten: „Es könnten da auch Informationen dabei sein, die der Geheimhaltung unterliegen und die nur für die Angehörigen bestimmt sind.“

Mehr als sechs Wochen nach dem Verschwinden der ersten Touristen in der Sahara hat auch die deutsche Bundesregierung weiterhin keine Erkenntnisse über das Schicksal der Verschollenen, berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa. „Weiterhin kann nichts ausgeschlossen werden“, sagte die Vizesprecherin des Auswärtigen Amtes, Antje Leendertse, am Montag in Berlin. Fünf weitere Beamte des deutschen Bundeskriminalamts seien in Algier angekommen. Vier davon würden in die Sahara weiterreisen.

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