Sahara-Geiseln - Keine Freilassung in Sicht

Auch knapp 140 Tage nach ihrer Entführung gibt es keine unmittelbare Hoffnung auf Freilassung der beiden in der Sahara entführten Salzburger Touristen Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner.

Medienberichte der vergangenen Tage über einen möglicherweise “dramatischen Gesundheitszustand” von Ebner konnte Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Dienstag gegenüber der APA nicht bestätigen. “Diese Informationen basieren offensichtlich noch auf dem bekannten Telefonat von Anfang Juni, wir haben keine Kenntnis über spezifische Erkrankungen einer der beiden Geiseln.”

Botschafter Anton Prohaska, der sich mit seinem Team nach wie vor in Mali befindet, und der Krisenstab im Außenministerium hätten nach den ersten entsprechenden Medienberichten vom Wochenende versucht, diese offenbar anonym an die Medien weitergegebenen Informationen über die eigenen Kontakte zu den Entführern zu verifizieren. Diese Berichte konnten allerdings nicht bestätigt werden. “Es ist naheliegend, dass auch gesunde Menschen in einer solchen Situation – große Hitze, dürftige Unterkunft, mangelnde Hygiene – gesundheitlich angegriffen sein können, aber wir haben keinerlei Informationen über spezifische Erkrankungen”, erklärte Launsky-Tieffenthal. Insofern könne man sich auch nicht über die kolportierte Cholera- oder Malaria-Erkrankung äußern. Es sei außerdem keineswegs klar, welche der beiden Geiseln – Ebner oder Kloiber – erkrankt sein könnte, “wenn überhaupt jemand krank sein sollte”, so der Sprecher.

Zu den Berichten, dass es seit längerer Zeit zwischen den Geiseln und den Familienangehörigen regelmäßigen Kontakt über Satellitentelefon gegeben habe, der aber seit Mitte voriger Woche angeblich abgerissen sei, konnte oder wollte sich das Außenministerium nicht äußern. “Diese Informationen über regelmäßigen Kontakt sind für uns nicht nachvollziehbar”, kommentierte Launsky-Tieffenthal eine entsprechende AFP-Meldung. “Wir gehen so vor, dass die Angehörigen immer wieder an die Entführer appellieren, mit uns Kontakt aufzunehmen. So war es auch damals im Juni.”

Auch die kolportierte neue Lösegeldforderung von nunmehr zwei statt der ursprünglichen fünf Millionen Euro konnte Launsky-Tieffenthal nicht bestätigen. Man bemühe sich, mit Hilfe der Familien der Geiseln eine “humanitäre Lösung” auszuarbeiten.

Botschafter Prohaska sei in der Region weiter persönlich anwesend und baue in Mali permanent ein Kontaktnetz auf, mit Hilfe dessen eine Freilassung der beiden Halleiner Geiseln erwirkt werden soll. Außerdem bemühe sich der Spitzendiplomat, dazu beizutragen, dass in der Region ein möglichst sicheres Umfeld geschaffen wird.

Anfang Juni war Außenministerin Ursula Plassnik (V) persönlich nach Algerien und Mali geflogen, um sich um die Freilassung der Österreicher zu bemühen. Einige Tage später gab es dann den ersten telefonischen Kontakt mit den beiden Halleinern. Sie waren um den 22. Februar 2008 von Mitgliedern der islamistischen Gruppe “Al-Kaida im Islamischen Maghreb” in der tunesischen Wüste entführt und dann nach Mali verschleppt worden.

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