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Saddam-Hinrichtung fast abgebrochen

Ein Staatsanwalt hätte die Hinrichtung Saddam Husseins wegen der Beschimpfungen gegen den Todeskandidaten nach eigenen Worten beinahe abgebrochen.

„Ich habe damit gedroht, zu gehen“, sagte Munkith al-Farun der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Verantwortlichen für die Schmähungen am Galgen hätten gewusst, dass „wenn ich gehe, die Hinrichtung nicht fortgesetzt werden konnte“. Laut Gesetz muss bei der Exekution ein Vertreter der Anklage anwesen sein.

Das inoffizielle Video, das die Szene dokumentiert, hätten zwei hochrangige Behördenmitarbeiter aufgenommen. „Zwei Amtsträger hielten Mobilfunktelefon-Kameras“, erklärte Farun. „Einen von ihnen kenne ich. Er ist ein ranghoher Regierungsmitarbeiter.“ Der Staatsanwalt wollte aber keine Namen nennen. Den anderen Amtsträger kenne er nur vom Sehen. „Ich weiß nicht, wie sie ihre Handys da hineinbekommen haben, weil uns die Amerikaner alle unsere Telefone abgenommen haben, sogar meines, das keine Kamera hat.“ Die Regierung geht nach eigenen Angaben bisher davon aus, dass ein Wächter das Video aufgenommen hat.

In den Filmaufnahmen ist Farun zu hören, wie er die Zwischenrufer zur Ordnung ruft. Das Video von den letzten Minuten des ehemaligen Diktators am Samstag schürte die Spannungen im Irak. Die Regierung leitete Ermittlungen ein, wer das Video mit einem Mobiltelefon hergestellt hat.

Die inoffiziellen Aufnahmen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von den Film, der von der Regierung veröffentlicht wurde: Auf dem Band ist zu sehen und zu hören, wie der ehemalige Machthaber bis zum letzten Moment beschimpft und verhöhnt wird. Männer skandierten den Namen von Moktada al-Sadr, eines der radikalsten Milizanführer unter den Schiiten, und riefen Saddam zu: „Fahr’ zur Hölle!“

Farun war stellvertretender Staatsanwalt bei dem Prozess, in dem Saddam wegen eines Massakers an Schiiten zum Tode verurteilt wurde. In einem weiteren Verfahren gegen ehemalige Mitarbeiter des früheren Präsidenten wegen Völkermordes an den Kurden leitet er die Anklage.

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