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Saal und Seel

Die Heimatshuttleband und mit ihr der nichtganzhochwohlgeborene Baron von Zanzenberg, trat kürzlich in Hard auf, beim Literaturbrunch im Löwen, diesem alten traditionsreichen Gasthaussaal mit Holzstiegen, Galerie und Bühne wie sich’s gehört. Jeder alte Dorfsaal ist eine Dorfseele. Statt diese dem Teufel, dem Verfall oder den Landbanking-Gelüsten z.B. eines reichen Lebensmittlers preiszugeben, wurde der Löwen geflickt und adaptiert, so dass die alten Räume heute immerhin für Menschen in Not bewohnbar sind und dabei auch ihre Seele weitergeben können. Noch dazu steht der Löwen, stattlich wie eh und je, mitten im Dorf. Eine zur Zeit sinnvollere Nutzung bietet sich kaum an.

Mitten im Zentrum des Hatlerdorfs steht ein ähnliches, weithin sichtbar verendendes Gasthausobjekt (1. Dornbirner Wegschauprojekt), das aber nicht geflickt und wenigstens einer Notverwendung zugeführt, sondern unter den Augen der Stadt mutwillig zerstört wurde, um dem neuen Besitzer, dem reichen RAPS von städtischen Gnaden, den Kotau zu erweisen. Dem Volk Lebensmittel zu verkaufen, mehr als der Volk braucht, ist für Konzerne das Ziel und ein Riesengeschäft. Eine zumindest vorübergehende Adapatierung der Rose wäre eine winzige Geste des Besitzers an den Volk, dem er Jahr und Tag das Geld (Panamanna), zum eigenen Profit aus der Tasche zieht. Die Konzerne nützen die Werte der Volkswirtschaften weidlich aus und haben es verstanden, den Volk zum Konsumaffen am Wägele zu deformieren und abhängig zu machen. Dass jetzt mit TTIP der nächste Brutaloakt der Entmündigung folgt, haben wenigstens die 5000 begriffen, die am Samstag in Bregenz gegen Monsanto und Konsorten marschierten.

In einer verfreunderlten & finanzverquickten Gesellschaft wie der Unsrigen (Ländlä?) sind nahezu alle Macher geldverwandt und interessensverhabert. Schweigen ist Gold. Der Plotikeri verkrümmt sich zum tanzenden Luftmännchen und schwingt die Arbeitsplatzsicherungskeule (Angstmache).

Ich rufe Kaplan August Maria Bonus zu Hilfe. Er schlägt die Bibel auf: „Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist.“ (1. Korint¬her 10:24). So sei es. “I Muetters Stübele, do goht an Wiond”. Wir spielen unplugged, der alte Löwensaal hat eine prima Akustik. Die Mikofonitis, behaupte ich, bildet das menschliche Stimmorgan zurück. Kräftige laute Stimmen sind selten geworden, dafür haben sich die Muosler, Lispler, Leisetreter, Brummler, Undeutlichen, Haspler, Heisrigen, Unverständlichen, Piepsis, Vorsichhinschwafler vermehrt. Der Volk verliert die Stimme. Vor meinem Auge paradieren zahlreiche schöne Säle in Dornbirn, der Vereinshaussaal (kaputt), das Schlossbräu (kaputt), die Flur (kaputt), das Kreuz (kaputt), der Grüne Baum (kaputt), den Ochsen (Kaputt), den Sternen (kaputt), die Rose (kaputt) u.v.a. mehr. Der Volk verliert seine Säle. Was ist an ihre Stelle gerückt? Wir haben ausgespielt. Ich gehe zur Demo.

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