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Russland: Putin fordert Zugeständnisse

Im Streit zwischen Russland und Europa über die künftige Form der Energieversorgung hat der russische Präsident Wladimir Putin zu gegenseitigen Zugeständnissen aufgerufen.

„Die europäischen Partner wollen, dass wir sie direkt ins Herz unserer Wirtschaft lassen“, sagte Putin am Freitag in Moskau im Gespräch mit den Leitern der größten Nachrichtenagenturen aus den G8-Ländern. „Aber dann lasst uns auch in das Herz eurer Wirtschaft!“, verlangte er angesichts europäischer Forderungen nach einer Liberalisierung der russischen Energiebranche. Der russische Konzern Gazprom will sich in das Endkundengeschäft in Europa einkaufen.

Die Energiesicherheit ist das Hauptthema beim Gipfel der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands (G8) unter Putins Vorsitz im Juli in St. Petersburg. Durch das Gespräch mit den Agenturen wollte der Kreml im Vorfeld das Klima zwischen Moskau und der westlichen Presse verbessern.

Zweifel an der Zuverlässigkeit russischer Gaslieferungen wies Putin mit heftigen Worten zurück. An den Lieferschwankungen zu Jahresbeginn sei die Ukraine schuld gewesen, die unberechtigt Gas entnommen habe. „Viele unserer westlichen Partner haben die Orangene Revolution in der Ukraine unterstützt“, sagte der Kremlchef.

Früher habe Russland die Ukraine über den niedrigen Gaspreis mit jährlich drei bis fünf Milliarden US-Dollar subventioniert. „Warum soll Deutschland 250 Dollar (193 Euro) für tausend Kubikmeter zahlen und die Ukraine nur 50?“ Falls der Westen der Ukraine ein Geschenk machen wolle, solle er das aus seinen Steuergeldern tun, sagte Putin.

Als positives Beispiel eines Vertrags in der Energiebranche nannte Putin den jüngsten Vertrag zwischen Gazprom und BASF. Der deutsche Konzern werde an der Förderung im russischen Gasfeld Juschno-Russkoje beteiligt, dafür lasse BASF Gazprom am Gasverkauf in Deutschland teilhaben, sagte Putin.

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