Russland plant weiteren Hilfskonvoi für Ostukraine

Schon bald schickt Russland wieder "Hilfe"
Schon bald schickt Russland wieder "Hilfe"
Zündstoff vor dem Spitzentreffen am Dienstag zwischen Wladimir Putin und Petro Poroschenko in Weißrussland: Trotz scharfer internationaler Kritik an einem ersten Hilfskonvoi für die Ostukraine will Russland noch diese Woche eine zweite Wagenkolonne ins umkämpfte Krisengebiet schicken. Unterdessen sollen Panzerwagen über die russische Grenze in den Südosten der Ukraine vorgedrungen sein.
Kiew wirft Moskau "Invasion" vor
Hilfskonvoi passierte Grenze
Putin wird Poroschenko treffen

Die ukrainische Regierung wirft Russland damit die Eröffnung einer neuen Front im Krieg mit den Separatisten im Osten des Landes vor. Als Rebellen verkleidete russische Kräfte hätten mit zehn Panzern und zwei gepanzerten Mannschaftswagen im Südosten die Grenze zur Ukraine überschritten, erklärte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte am Montag in Kiew.

Panzer-Kolonne aus 50 Fahrzeugen

Diese Kräfte wollten eine zweite Front gegen die Regierungstruppen eröffnen, so der Sprecher. Nach Angaben regierungsnaher Milizen drangen Dutzende Panzerwagen über die Grenze vor. Die Kolonne bestehe aus rund 50 Fahrzeugen, sagte ein Milizkommandant. Sie hätten die Grenze nahe der Stadt Nowoasowsk überquert, die meisten seien auf dem Weg in den Ort Mariupol. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte kam es nahe Nowoasowsk zu Gefechten mit Regierungstruppen. Grenzschützer hätten die Kolonne kurz vor der Stadt aufgehalten.

Hilfskonvoi soll diese Woche losgeschickt werden

Ungeachtet der jüngsten Vorwürfe soll der Hilfskonvoi noch diese Woche auf derselben Route fahren wie der erste. “Wir hoffen, dass der zweite Konvoi in den kommenden Tagen losgeschickt werden kann”, sagte Lawrow. Er rief die Ukraine und das Internationale Rote Kreuz auf, bei der Hilfsaktion mitzuarbeiten. Mit Problemen wie beim ersten Hilfskonvoi rechne Moskau nicht. “Die Tatsache, dass die erste Ladung letztendlich ohne Zwischenfälle in Luhansk ankam, gibt Anlass zu der Annahme, dass es mit der zweiten Lieferung viel glatter laufen wird”, erklärte er.

Konvoi als “Invasion” verurteilt

Die Aufständischen rechnen damit, dass der neue Konvoi die umkämpfte Großstadt Donezk ansteuern wird. “Wir sind zu Begleitschutz bereit”, sagte der Separatistenführer Andrej Purgin.

Die prowestliche Führung in Kiew äußerte sich zunächst nicht. Sie hatte die eigenmächtige Fahrt von mehr als 200 Lastwagen über die Grenze vergangene Woche als “Invasion” verurteilt. Auch im Westen und bei den Vereinten Nationen stieß der Schritt auf Kritik. Die USA drohten Russland mit Konsequenzen, wenn die Lastwagen nicht umgehend das Land wieder verließen.

Wladimir Putin trifft Petro Poroschenko

Die humanitäre Lage im Krisengebiet dürfte auch die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, bei ihrem Gipfeltreffen an diesem Dienstag in Minsk beschäftigen. Russland sei offen, in jedem beliebigen Format zu einer Lösung der Ukraine-Krise beizutragen, betonte Lawrow. Auch Treffen mit Frankreich und Deutschland, der EU und den USA seien möglich, sagte er. Russland sei überdies bereit zu einer Harmonisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Ukraine und der Eurasischen Zollunion bestehend aus Russland, Weißrussland und Kasachstan.

Armee und Aufständische in der Ostukraine lieferten sich am Montag weiterhin heftige Gefechte. Die Separatisten hätten schwere Verluste erlitten, teilte ein Militärsprecher mit. Die militanten Gruppen wiederum sprachen von angeblich Tausenden eingekesselten Regierungssoldaten.

(APA)

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