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Russland erinnert an Politkowskaja-Mord

Journalistinnen-Mord bis heute nicht aufgeklärt
Journalistinnen-Mord bis heute nicht aufgeklärt ©APA (epa)
Drei Jahre nach dem Mord an der Kreml-kritischen Journalistin Anna Politkowskaja haben Menschen in Russland und im Westen mit Mahnwachen an das politische Verbrechen erinnert. Allein in Moskau kamen 800 Regierungskritiker, darunter auch Künstler, Journalisten und Menschenrechtler, bei einer Gedenkveranstaltung zusammen. 

Auch in London, St. Petersburg und vielen anderen Städten erinnerten Menschen an die am 7. Oktober 2006 in Moskau erschossene Politkowskaja. Intellektuelle nutzten die Moskauer Demonstration zudem für Proteste gegen den russischen Regierungschef Putin.

Der Todestag von Politkowskaja, die vor allem über den “Staatsterror” im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien berichtet hatte, dient traditionell dazu, weltweit die Pressefreiheit sowie die Einhaltung von Menschenrechten einzufordern. Der bislang nicht aufgeklärte Mord hatte international Bestürzung ausgelöst.

Zum Todestag der Journalistin der Zeitung “Nowaja Gaseta” bestätigten Fahnder, dass gegen weitere Verdächtige in dem Fall ermittelt werde. Medien nannten die Namen sechs neuer Verdächtiger, darunter ein früherer Polizist, ein Geschäftsmann sowie Männer aus der Kaukasus-Region. Die russischen Behörden hatten in der Vergangenheit den Tschetschenen Rustam Machmudow als Mörder genannt, der auf der Flucht ist. Anklagen gab es bisher nur gegen zwei Brüder Machmudows sowie zwei weitere mutmaßliche Komplizen.

Menschenrechtler werfen der russischen Führung vor, die Aufklärung der politischen Morde an Journalisten und Menschenrechtlern zu verhindern. Der frühere russische Regierungschef Michail Kasjanow beklagte in Moskau, dass die Zahl der Morde an Menschen, die sich für die Freiheit anderer einsetzten, seit dem Amtsantritt von Präsident Medwedew im Mai 2008 zugenommen habe.

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