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Russischer Kampfjet verletzt Lufttraum - Anhaltende Spannungen zwischen Ankara und Moskau

Im Luftraum über der türkisch-syrischen Grenze wird es eng.
Im Luftraum über der türkisch-syrischen Grenze wird es eng. ©AP
Wegen seiner Luftangriffe in Syrien steht Russland ohnehin in der Kritik - zumindest im Westen. Ein Vorfall mit einem russischen Kampfjet drückt nun die Stimmung zwischen Moskau und Ankara, sorgt für kaum verhohlene Drohungen Erdogans und beschäftigt auch die NATO.
Türkei fängt russischen Jet ab

Die russischen Luftangriffe auf Seiten Assads im syrischen Bürgerkrieg schüren die Spannungen zwischen Russland und der Türkei.

Zweiter Zwischenfall über türkisch-syrischer Grenze

Die Regierung in Ankara warnte Moskau am Montag vor weiteren Verletzungen ihres Luftraumes, nachdem türkische Flugzeuge am Samstag einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgefangen hatten. Russland bestätigte den Vorfall und sprach von einem Navigationsfehler.

Später teilte die türkische Armee mit, tags darauf am Sonntag seien zwei türkische F-16-Kampfflugzeuge an der Grenze zu Syrien von einer nicht identifizierten Mig-29 über fünf Minuten lang “bedrängt” worden.

Beratungen der NATO

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte auf Ersuchen der Türkei noch am Montag mit Vertretern der Bündnisstaaten die Situation diskutieren. “Russlands Handeln trägt nicht zu Sicherheit und Stabilität der Region bei”, kritisierte er in Brüssel. Die NATO bleibe entschlossen, sich für die Sicherheit ihres Bündnispartners Türkei einzusetzen.

Moskau und Ankara sind in der Frage des Syrien-Konfliktes gespalten. Russland hilft mit seinen Luftangriffen dem umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad. Die Türkei dagegen unterstützt Kämpfer der moderaten Opposition, die Assad stürzen wollen.

Russland greift nicht nur den IS an

Russland bombardiert nach eigener Darstellung seit Mittwoch vor allem Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Syrische Aktivisten und die USA bezweifeln dies und berichten von getöteten Zivilisten. US-Präsident Barack Obama hatte Russland am Wochenende vorgeworfen, mit seinen Attacken den IS indirekt zu stärken.

Auf die Frage, ob sich Moskaus Angriffe auch gegen Oppositionskämpfer richten, sagte Peskow Interfax zufolge: “Das Ziel des Einsatzes (…) ist die Unterstützung der Offensive der syrischen Streitkräfte im Kampf gegen terroristische und radikale Organisationen und gegen Kräfte, die sich auf dem syrischen Territorium befinden.”

Innerhalb von 24 Stunden flog Russland dem Verteidigungsministerium zufolge 25 neue Angriffe auf 9 angebliche IS-Stellungen in Syrien. Die russische Marine schickte zudem ein Aufklärungsschiff vor die syrische Küste, um Funkgespräche in der Kriegsregion abzufangen. Vor Syrien kreuzen bereits mehrere russische Kriegsschiffe.

Auch eine von den USA angeführte Koalition fliegt seit gut einem Jahr Luftangriffe in Syrien. Die Allianz will nach Informationen der “New York Times” eine Front aufbauen, um den Druck auf die IS-Hochburg Al-Rakka in Syrien zu verstärken. Demnach sollen Kampfflugzeuge der Alliierten bis zu 5000 arabische und 20 000 kurdische Kämpfer unterstützen. Das Blatt beruft sich auf ranghohe Regierungsbeamte. (red/APA/dpa/AFP)

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