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Russische Luftwaffe griff Ziele nahe Tiflis an

Im Konflikt um die von Georgien abtrünnige Region Südossetien haben russische Kampfflugzeuge nach georgischen Angaben in der Nacht zum Samstag Ziele nahe der Hauptstadt Tiflis (Tbilisi) angegriffen.

Wie das georgische Innenministerium nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, wurde der Luftwaffenstützpunkt Vaziani rund 20 Kilometer südöstlich von Tiflis bombardiert. Angaben über Schäden oder Opfer wurden nicht gemacht.

Außerdem seien die Schwarzmeer-Hafenstadt Poti und eine Einrichtung des Verteidigungsministeriums in Senaki im Westen Georgiens angegriffen worden. Auch Anlagen für den Transport von Rohöl in den Westen seien angegriffen worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Schota Utijaschwili. In Poti gibt es eine große Ölverladestation. Auch in der Umgebung der wichtigen Ölpipeline Baku-Tiflis-Ceyhan von Aserbaidschan in die Türkei seien Bomben eingeschlagen. Bei den Angriffen habe es offenbar beträchtliche Opfer und Schäden gegen, sagte Utijaschwili. Nähere Einzelheiten dazu könne man aber erst am Vormittag sagen.

Unterdessen berichteten russische Truppen in der Nacht aus Südossetien, dass georgische Artillerie erneut Zchinwali, die Hauptstadt der von Russland unterstützten abtrünnigen Region Südossetien, unter Beschuss genommen habe. Betroffen seien vor allem Wohngebiete, hieß es.

Der Konflikt um die abtrünnige Region Südossetien war am Freitag eskaliert. Eine georgische Offensive gegen Südossetien hat ein Eingreifen Russlands ausgelöst und den Kaukasus an den Rand eines Krieges gebracht. Nach dem Einmarsch georgischer Truppen schickte Russland Panzer nach Südossetien, und die russische Luftwaffe bombardierte nach Angaben des Tifliser Außenministeriums georgische Stützpunkte. Augenzeugen sprachen von Hunderten Toten und Verletzten bei den Kämpfen, zudem wurden Hunderte Zivilpersonen in die Flucht getrieben.

Das von Russland unterstützte Südossetien hat sich 1992 von Georgien abgespalten und ist seither de facto unabhängig. International gilt die Region jedoch als Teil Georgiens.

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