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Rupprechter stellt sich hinter Expertenzweifel zu Glyphosat

Protest gegen das Pflanzenschutzmittel Glyphosat
Protest gegen das Pflanzenschutzmittel Glyphosat
In der EU steht eine Entscheidung an, ob die Verwendung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere 15 Jahre erlaubt werden soll. Österreichs Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit forderte bereits Einschränkungen, Agrarminister Andrä Rupprechter (ÖVP) stellte sich hinter die Expertenzweifel. Das EU-Parlament forderte eine kürzere Zulassungsdauer auf sieben Jahre.

In Österreich gibt es ein Verbot, das Erntegut zu behandeln (Sikkation), dieses sollte auch auf EU-Ebene festgelegt werden. Auch soll die Abgabe an nicht-professionelle Nutzer eingeschränkt werden. Außerdem müssten die Auswirkungen auf die Biodiversität berücksichtigt werden, fasste Rupprechter die AGES-Forderungen zusammen. “Wenn die EU-Kommission nicht einen entsprechenden neuen Entwurf vorlegt, der die österreichischen Bedenken berücksichtigt, dann wird der österreichische Experte der Verlängerung auch nicht zustimmen können”, so der Minister, der die Position der AGES “voll und ganz als richtig” einschätzt.

Nur geringfügiger Einsatz in der Landwirtschaft

Für die österreichische Landwirtschaft sei das Herbizid Glyphosat nur ein kleines Thema, erinnerte Rupprechter. Der größte Abnehmer sei die Bundesbahn, die damit Bahndämme behandelt, dahinter kommen Klein- und Hobbygärtner. Bei 1,3 Mio. Hektar Ackerfläche komme Glyphosat nur auf 40.000 Hektar zum Einsatz – das sind weniger als drei Prozent. Die österreichische Landwirtschaft sei nicht abhängig von Glyphosat und hätte auch keinen Schaden, wenn die Nutzung künftig nicht mehr erlaubt wäre.

Entscheidung der EU-Kommission erst im Mai

Das EU-Parlament sprach sich am Mittwoch jedenfalls für eine kürzere Zulassungsdauer des umstrittenen Herbizids aus. In einer nicht bindenden Resolution stimmte die Mehrheit der EU-Abgeordneten dafür, das Unkrautvernichtungsmittel in der EU nur noch für sieben statt wie bisher 15 Jahre zu genehmigen.

Anders als in den meisten Verfahren auf EU-Ebene hat das Parlament in diesem Fall kein Mitbestimmungsrecht. Anfang März hatten die Mitgliedsländer und die EU-Kommission eine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat vertagt, da keine Mehrheit für den Beschluss zustande kam. Dies soll spätestens im Mai nachgeholt werden.

Vor allem Grüne und Umweltschutzorganisationen haben gegen die Wiederzulassung der Chemikalie protestiert. Bauernverbände dringen dagegen auf eine weitere Freigabe des massenhaft versprühten Mittels. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und hat damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar erzielt.

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