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Rundumschläge statt Planungen

Von Osterfrieden ist beim Bundesligisten Casino SW Bregenz zu Beginn der Karwoche nichts zu spüren. Vielmehr versuchte Präsident Hans Grill seine verbalen Rundumschläge vom Wochenende zu beschönigen.

Zumindest in Sachen Trainer ist dieses Unterfangen auch von Erfolg gekrönt. Nach einer Unterredung mit Roland Kornexl einigten sich beide Parteien auf eine weitere Zusammenarbeit. Das gemeinsame Ziel heißt Klassenerhalt. Gereizt reagierte der SW-Boss auf die “VN”-Meldung, wonach er seinen Ausstieg plane. Er sei seit sechs Jahren Präsident und werde nicht davonlaufen. Allerdings, so Grill im gleichen Atemzug, könne sich gerne ein Nachfolger melden. Nicht bestätigen wollte Grill hingegen, dass im Hintergrund bereits an der Vereinszukunft ohne den “Präsidenten Grill” gebastelt wird – und zwar unter seiner Aufsicht. Viel wird jedoch davon abhängen, wie sich der Klubchef sein Ausstiegsszenario vorstellt.

Neue Strukturen verlangt Sponsor VKW, um nach dem Ausstieg aus dem laufenden Dreijahresvertrag im Sommer neu verhandeln zu können. Wünschenswert sei, so Marketingchef Dr. Peter Schmid, eine breitere Basis in puncto Klubführung. Für Mag. Bettina Strobich von Casinos Austria ist die Aufregung bezüglich des Endes der Hauptsponsortätigkeit nicht nachvollziehbar. “Der Klub wurde bereits vor drei Jahren darauf hingewiesen”, so die Sprecherin aus der Marketing-Abteilung. Zugleich bekräftigte sie, dass aufgrund der generellen Strategieänderung des Konzerns mit Juni 2005 Schluss ist.  Nicht betroffen ist vorerst der Name Casinostadion (seit 1994). Laut Markus Dietrich, Marketingchef von Casino Bregenz, gibt es diesbezüglich eine Vereinbarung mit der Stadt Bregenz.

DREI FRAGEN, DREI ANTWORTEN
Erst Präsidentenschelte, nun Schmusekurs, doch SW-Trainer Roland Kornexl weiß, dass nur Siege für Ruhe im Klub sorgen.

VN: Wie geht der Trainer mit den widersprüchlichen Worten des Präsidenten um?
Roland Kornexl:
“Wir haben am Samstag nach dem Match kurz miteinander gesprochen und uns dann verständigt, am Montag darüber zu sprechen. Wenn der Präsident meint, dass es an mir liegt, habe ich damit kein Problem. Er hat mir dann erklärt, dass ein Trainerwechsel kein Thema ist.”

VN: Wie schwierig ist es nun für den Trainer?
Kornexl: “Es ist nicht leicht, in puncto Kader sind wir beschränkt. Aber ich habe ihn nicht zusammengestellt und was soll ich machen, wenn Spieler aus drei Metern das leere Tor nicht treffen. Wir sind derzeit sicher am Boden, aber lange noch nicht tot.”

VN: Das heißt, der Glaube an den Klassenerhalt ist noch nicht gestorben?
Kornexl: “Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir werden jetzt die zwei Wochen Pause nützen, um das Negativerlebnis gegen Salzburg zu verarbeiten. Ich bin wirklich überzeugt davon, dass es noch nicht vorbei ist. Wir müssen nur den Glauben an uns wiederfinden und wir brauchen endlich einmal einen Sieg.”

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