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Rumänien gegen Frankreich endet 0:0

In einem langsamen Match mit zahlreichen Fouls und nur wenigen Torchancen hatten die Franzosen über weite Strecken mehr vom Spiel, blieben aber zumeist ungefährlich. Meinungen zum Match

Rumänien hat am dritten Tag der Fußball-EURO-2008 für die erste Überraschung gesorgt. Der große Außenseiter der Gruppe C trotzte am Montag in Zürich WM-Finalist Frankreich ein verdientes 0:0 ab. Dem zweifachen Europameister Frankreich stehen nach der schwachen und ideenlosen ersten Darbietung schwere Tage ins Haus, denn in den weiteren beiden Partien der sogenannten “Horrorgruppe” trifft die “Equipe Tricolore” auf die Niederlande (13. Juni) und Weltmeister Italien (17. Juni).

Rumänien hat gleich zum Auftakt bestätigt, dass es die erwartet schwere Hürde für die favorisierten Gruppenkontrahenten werden dürfte. Die als Geheimfavorit gehandelten Osteuropäer hatten bereits in der Qualifikation mit dem Gruppensieg vor den Niederlanden überrascht. Am Montagabend trafen im zweiten Match der Gruppe C in Bern Italien und die Niederlande aufeinander.

Die Franzosen mussten ihre erste Partie ohne zwei namhafte Spieler in Angriff nehmen. Kapitän Patrick Vieira (Oberschenkel) fiel wie erwartet aus, verblieb jedoch für eventuelle Einsätze im weiteren Turnierverlauf im Kader. Rekordtorschütze Thierry Henry nahm leicht angeschlagen (Ischiasnerv) auf der Bank Platz. Den Angriff Frankreichs bildeten daher Nicolas Anelka und Karim Benzema.

Das Duo sollte eigentlich für mehr französische Torgefahr als in den jüngsten beiden Testspielen gegen Paraguay (0:0) und Kolumbien (1:0) sorgen. Rumänien stellte sich jedoch rasch als die erwartet unangenehme Hürde heraus. Kompakt, routiniert und teilweise fast aufreizend ballsicher ließen sie “Les Bleus” kaum Raum zur Entfaltung.

Während Frankreich größtenteils vergeblich einen Weg durch die Viererkette der Rumänen suchte, lauerten die Osteuropäer geduldig auf eine Möglichkeit, ihren Offensivstar Adrian Mutu (sechs Tore in der Qualifikation) in Szene zu setzen. Bis zur ersten großen Chance dauerte es mehr als eine halbe Stunde, dann setzte Anelka nach Franck-Ribery-Flanke einen Kopfball aus fünf Metern übers Tor (33.).

Erst nach der Pause wurde die Stimmung im mit 30.585 Fans gefüllten Letzigrund kurz EM-würdig, denn beide Teams erhöhten die Schlagzahl. Echte Chancen gab es aber zunächst nur für Frankreich durch Florent Malouda (49.), der aus halblinker Position knapp das Kreuzeck verfehlte, und Benzema, der Bogdan Lobont prüfte (57.).

Danach flaute die Partie allerdings wieder merkbar ab. Frankreichs Teamchef Raymond Domenech versuchte mit den Einwechslungen von Bafetimbi Gomis und Lassana Diarra das Ruder herumzureißen, doch das Match blieb das bisher mit Abstand langweiligste des Turniers. Die rumänischen Fans feierten das 0:0 wie einen Sieg, die Frankreich-Anhänger zogen hingegen schwer enttäuscht ab,

Lilian Thuram, der bei den Franzosen statt Vieira die Kapitänsbinde trug, avancierte mit dem Match gegen die Rumänen zum Spieler mit den meisten Einsätzen in der EM-Geschichte. Der 36-Jährige vom FC Barcelona, der bereits seine vierte EM bestreitet, absolvierte sein bereits 15. Match bei einer EURO-Endrunde und gehörte zu den wenigen Lichtblicken seiner Truppe an diesem Tag.

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