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Rückeroberung von Ramadi: "Wichtiger Sieg" im Kampf gegen IS

Nach erbitterten Gefechten hat die irakische Armee die Stadt Ramadi vollständig von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Irakische Soldaten hissten am Montag die Nationalflagge über dem Sitz der Provinzregierung von Ramadi.
Armee erobert IS-Bastion zurück
Irakische Armee erobert Ramadi zurück

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi gratulierte den Soldaten und versprach, 2016 das gesamte Land von den Dschihadisten zu befreien.

Sprengfallen entschärfen

“Ramadi ist befreit”, sagte Brigadegeneral Jahja Rasool im irakischen Staatsfernsehen. In der Stadt reckten irakische Soldaten Gewehre in die Luft und führten Freudentänze auf.

Die Armee muss aber noch zahlreiche, vom IS gelegte Sprengfallen entschärfen. Allein in den Regierungsgebäuden und den Zufahrtsstraßen wurden nach Militärangaben 300 Bomben und Sprengsätze deponiert.

Die IS-Miliz hatte das Stadtzentrum mit rund 400 Kämpfern verteidigt, unklar war, wieviele getötet wurden und wieviele fliehen konnten. Auf Regierungsseite wurden nach Angaben von Ärzten allein am Sonntag fast hundert Soldaten in Krankenhäuser eingeliefert.

“Jahr der großen Siege”

Ministerpräsident Abadi sagte in einer Fernsehansprache, 2015 sei ein “Jahr der Befreiung” gewesen, 2016 werde das “Jahr der großen Siege”. “Wir werden Mossul befreien”, fügte Abadi hinzu. Das werde der IS-Miliz den “tödlichen Stoß” versetzen. Die Jihadisten hatten die im Erdölgebiet gelegene zweitgrößte Stadt des Landes im Juni 2014 eingenommen. IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi rief dort sein Teile des Iraks und Syriens umspannendes “Kalifat” aus.

“IS nicht unbesiegbar”

US-Außenminister John Kerry übermittelte der irakischen Regierung und ihren “tapferen” Soldaten seine Glückwünsche. Auch der britische Außenminister Philip Hammond gratulierte. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin, die Rückeroberung Ramadis zeige einmal mehr, dass der “IS nicht unbesiegbar ist, weder im Irak noch in Syrien”. Der französische Präsident Francois Hollande sprach vom bisher “wichtigsten Sieg” im Kampf gegen die IS-Extremisten.

Der irakische Finanzminister Hoschiyar Zebari sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Rückeroberung Ramadis sei geschafft. Nun komme es aber darauf an, die Stadt wieder aufzubauen und die Bevölkerung zur Rückkehr zu ermutigen. Steinmeier versprach, dass Deutschland beim Wiederaufbau Ramadis helfen werde.

Der IS hatte die hundert Kilometer westlich von Bagdad gelegene Hauptstadt der Provinz Anbar im Mai erobert. Anfang Dezember eroberte die von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärallianz unterstützte Armee mehrere Stadtteile von Ramadi zurück. Am vergangenen Dienstag rückte sie ins Stadtzentrum vor.

Ungewöhnliches Abkommen

In Syrien wurden unterdessen auf Grundlage eines ungewöhnlichen Abkommens zwischen Rebellen und Regierung mehr als 450 Menschen aus drei lange umkämpften Orten fortgebracht. Aus Zabadani, der letzten Rebellenbastion an der Grenze zum Libanon, seien am Montag 125 Kämpfer und Zivilisten abgezogen worden, darunter auch Verletzte, teilten die UNO in Syrien und das syrische Rote Kreuz mit. Sie sollten über den Libanon und die Türkei in andere Rebellengebiete in Syrien gebracht werden.

Aus den letzten von Regierungstruppen gehaltenen schiitischen Ortschaften in der nordwestlichen Provinz Idlib, Fua und Kafraya, wurden demnach im Gegenzug 338 Zivilisten und Kämpfer herausgebracht. Sie sollten über die Türkei und den Libanon nach Damaskus gelangen. Die UNO sprach von einer “erfolgreichen Operation”.

19 Tote

Bei Anschlägen in der einstigen Rebellenhochburg Homs wurden nach Angaben der syrischen Staatsmedien am Montag mindestens 19 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Die opposititionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 32 Toten. Die meisten Einwohner des Viertels sind wie Staatschef Bashar al-Assad und seine Familie Alawiten. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien; ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Für Verwirrung sorgten unterdessen Berichte über die Festnahme des unter dem Kampfnamen Omar al-Shishani bekannten Georgiers und IS-Kommandanten Tarchan Bariaschwili. Russische Medien berichteten, dass der Kämpfer mit dem rötlich-braunen Bart nahe Kirkuk durch US-Spezialeinheiten gefasst worden sei. Von offizieller US-Seite gab es dafür keine Bestätigung. Shishani wurde bereits mehrmals für tot erklärt.

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