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Rückenwind für die Vorarlberger Piraten?

Rückenwind für die Piraten?
Rückenwind für die Piraten? ©dapd
Im Video-Interview mit VOL.AT stand Marc Fuhrken von den Vorarlberger Piraten den Usern Rede und Antwort.
Die V-Piraten im VOL.AT-Chat

Es mache die Piraten attraktiv, dass keiner so genau wisse, wer sie seien. Das mache die Leute neugierig, meint Marc Fuhrken. Er betonte auch, daß die Menschen die Angst vor dem Namen verloren hätten. Die Piraten könnten bei jedem Treffen der Piraten neue Gesichter sehen, die Mitgliederzahlen seien im Steigen begriffen, freut sich Fuhrken.

Wie sieht der “typische Pirat” aus?

Der “typische” Pirat sei zwischen Anfang 20 und Mitte 60, er sei Handwerker, Baumeister, Ingenieur oder EDV-Techniker. Außerdem habe der “typische” Pirat eine fundierte Ausbildung und eine Familie: ein “typischer Vorarlberger” eben, meinte Fuhrken.

Die Kontaktaufnahme funktioniere bestens über den persönlichen Kontakt. Eine eigene Landeshomepage wurde gerade geschaffen, die Vorarlberger Piraten seien auch auf Facebook sehr präsent, auch hier seien die Mitglieder- bzw. Fanzahlen im Steigen begriffen.

Die Piraten seien transparent, das ziehe Menschen an, betonte Fuhrken. Politik funktioniere nicht hinter geschlossenen Türen.

Piraten eine vernetzte europäische Bewegung

Die Piraten seien auch keine “Modeerscheinung”, sondern eine vernetzte europäische Bewegung, stellte Fuhrken im VOL.AT-Interview dar. Die Piraten hätten Themen, die seit langem nicht in der Politik vertreten seien. Der Bürger müsse jederzeit gut informiert sein, so Fuhrken.

Aber wie schafft man den Konsens innerhalb der Piraten? Über Online-Fragebögen und Umfragen würden Themenpakete bearbeitet. Viele Menschen würden über verschiedene Kanäle erreicht. Man müsse schnell und unkompliziert möglichst viele Leute, intern wie extern, erreichen. Hier stehe auf der einen Seite das Recht auf Privatsphäre, andererseits das Credo der Transparenz in der Bewegung. Angst vor Mißbrauch und Manipulation der Online-Abstimmungen hat der Vorarlberger Pirat Fuhrken nicht.

Wie stehen die Piraten zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Das bedingungslose Grundeinkommen sei keine „soziale Hängematte“, so Fuhrken. Dass sich Arbeitslose im Allgemeinen in eine “Hängematte” legen würden sei eine Unterstellung. Es sei aber nicht möglich, ohne Kapital und/oder Einkommen zu leben, betonte Fuhrken. Außerdem müssten Arbeitslose sozial integriert werden.

Die Piraten und das liebe Geld

Die Piraten-Bewegung finanziere sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden, sagte Fuhrken. Die Piraten in Vorarlberg arbeiten ehrenamtlich, alle gingen einer Arbeit nach oder befinden sich in einer Ausbildung, so Fuhrken. Sollte ein Ländle-Pirat ein Politikergehalt beziehen – z.B. ein Abgeordnetengehalt – könnte ein Teil davon sozialen Projekten zufließen, erklärte Fuhrken.

Dass die Wahlbeteiligung immer geringer werde, stimmte Fuhrken traurig. Andererseits konnten bei den letzten Wahlen in Nordrhein-Westfalen nur die Piraten neue Wähler rekrutieren, alle andere Parteien hätten in absoluten Zahlen Wählerstimmen verloren, erklärte Fuhrken.

Bordelle und Legalisierung von Hanf für Fuhrken denkbar

Auch zum Thema Bordelle und Hanf-Legalisierung gab sich Fuhrken im VOL.AT-Interview offen: Bordelle in Vorarlberg seien für ihn persönlich durchaus möglich, auch die Legalisierung von Hanf und Hanfprodukten würde er begrüßen. Menschen würden hier in die Kriminalität gedrängt, das sei schlecht, so der Ländle-Ober-Pirat.

Die Piraten geben sich eine Struktur

Es gäbe drei gewählte Interimsvorstände und Stellvertreter. Die Piraten hätten gerade Arbeitsgruppen gebildet, diese würden sich mit verschiedenen Aufgabenpakete wie der Strukturfindung und internen und öffentlichen Kommunikation beschäftigen, erklärte Fuhrken. Es ginge um die Frage: „Wie können wir unsere Ziele nachvollziehbar in den politischen Prozess einbinden?“

Außerdem könne ein gewisser Teil der Basismitglieder grundsätzlich jederzeit einen Landesparteitag einberufen, an der jedes Thema neu bewertet und neue Entscheidungen getroffen werden könnten.

Österreichische Staatsbürgerschaft für Fuhrken?

Auch sei es für Fuhrken, der in Lustenau lebt und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, durchaus ein Thema, die österreichische Staatsbürgerschaft anzunehmen.

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