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Rückkehr der Waffeninspektoren

Saddam Hussein hat einem Zeitungsbericht zufolge einem britischen Abgeordneten zugesichert, er werde der Rückehr der UNO-Waffeninspektoren in den Irak zustimmen.

Saddam habe dem Labour-Abgeordneten George Galloway gesagt, er werde „alle UNO-Resolutionen bezüglich Irak umsetzen und ohne Behinderung Waffeninspektoren zulassen“, berichtete die „Mail on Sunday“, ohne Saddam direkt zu zitieren.

Galloway habe Saddam in einem geheimen Bunker in der Nähe der irakischen Hauptstadt Bagdad getroffen. Der Abgeordnete war bereits mehrmals in den Irak gereist. Saddam habe in dem Gespräch auch vor einem Militärschlag gegen den Irak gewarnt. „Wir werden auf den Straßen kämpfen, auf den Dächern, … wir werden niemals aufgeben“, zitierte die Zeitung Saddam. Das britische Außenministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht.

Saddam habe sich auch für bessere Beziehungen zu Großbritannien ausgesprochen, berichtete das Blatt weiter. Der britische Premierminister Tony Blair sieht sich derzeit im eigenen Land wachsender Kritik ausgesetzt, weil er im Falle eines US-Militärschlags gegen den Irak bereits seine Unterstützung versichert hatte. Die meisten europäischen Staaten, Russland, China sowie alle arabischen Länder lehnen einen solchen Militärschlag ab.

Die USA werfen dem Irak vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. US-Präsident George W. Bush hatte erklärt, Saddam mit allen Mitteln stürzen zu wollen und auch einen Angriff gegen den Irak nicht ausgeschlossen. Die USA und die Vereinten Nationen fordern die bedingungslose Fortsetzung der seit 1998 unterbrochenen Waffeninspektionen im Irak. Die Rückkehr der Inspektoren ist eine entscheidende Bedingung für die Aufhebung der Sanktionen, die die UNO nach der irakischen Invasion in Kuwait 1990 gegen den Irak verhängt hatte.

Bush erklärte wiederholt, er habe sich keinen Zeitplan für eine Entscheidung über einen Militärschlag gegen den Irak gesetzt. Derzeit hält sich eine Delegation irakischer Oppositionsgruppen zu Gesprächen mit US-Regierungsvertretern in Washington auf. Die Oppositionsvertreter erklärten, sie hätten den Eindruck gewonnen, dass der Sturz Saddams den USA ein ernstes Anliegen sei.

Das irakische Parlament teilte am Samstag mit, es warte auf eine offizielle Antwort des US-Kongresses auf eine Einladung zu Inspektionen vermuteter Waffeneinladungen im Irak. Die US-Regierung hatte die Einladung zurückgewiesen, aber eingestanden, dass sie Kongress-Abgeordnete nicht an einer Reise in den Irak hindern könne. Der US-Kongress befindet sich derzeit in der Sommerpause.

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