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Ruby-Prozess: Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt

Lebenslanges Verbot öffentlicher Ämter für Italiens Ex-Premier Berlusconi.
Lebenslanges Verbot öffentlicher Ämter für Italiens Ex-Premier Berlusconi. ©EPA
Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im Ruby-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden.
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Vier Jahre Haft im Fall Mediaset

Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn am Montag in erster Instanz zu einer Haftstrafe von sieben Jahren.

Lebenslanges Berufsverbot als Politiker

Zudem darf der 76-Jährige keine öffentlichen Ämter mehr übernehmen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sollte eine der beiden Seiten Berufung einlegen. Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte das Urteil anfechten. Ihr Mandant hatte sich als völlig unschuldig bezeichnet.

Unerwartet hohe Strafe

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die drei Richterinnen des Mailänder Gerichtskollegiums nahmen nicht nur die Forderung der Staatsanwälte an, sondern erhöhten die Strafe um ein weiteres Jahr Haft.

Vier Jahre Haft im Fall Mediaset

Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.

Vorwürfe stets bestritten

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden “Bunga-Bunga”-Nächten in seiner Villa Arcore bei Mailand mit der minderjährigen Marokkanerin Ruby alias Karima el-Mahroug Sex gegen Geld hatte. Berlusconi und die Tänzerin hatten das stets bestritten.

©Ruby alias Karima el-Mahroug. EPA

Auch des Amtsmissbrauchs befand das Gericht Berlusconi für schuldig. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme Rubys im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben. Das Gericht forderte die Staatsanwaltschaft auch zur Aufnahme weiterer Ermittlungen wegen Falschaussagen einiger Zeugen auf. 

Berlusconis Anwalt: “Urteil fern jeglicher Logik”

Anwälte und Parlamentarier von Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Allianz haben empört auf die unerwartet hohe Strafe reagiert, die ein Mailänder Gericht gegen Italiens Ex-Premier verhängt hat. Berlusconis Anwalt Nicolo Ghedini, sprach von einem “Urteil fern jeglicher Logik”. “Es ist absurd, dass das Gericht gegen Berlusconi eine höhere Strafe verhängt hat, als sie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Dieser Prozess hätte nicht in Mailand stattfinden sollen, weil das Gericht gegen Berlusconi voreingenommen ist”, so Ghedini.

Rotondi sieht “Staatsstreich”

Der Parlamentarier von Berlusconis Mitte-rechts-Allianz Gianfranco Rotondi, sprach von einem “Staatsstreich”, um den TV-Unternehmer aus der politischen Szene zu verbannen. “Die italienische Demokratie ist in Gefahr. Ohne Verbrechen und ohne Beweise hat man einen der Hauptakteure der italienischen Politik in den letzten 20 Jahren verurteilt. Das ist ein Anschlag auf die Demokratie und auf den Rechtsstaat”, kommentierte der zu Berlusconis Lager gehörende Senator Lucio Malan. (APA)

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