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Rotes Kreuz in Vorarlberg kurz vor dem Zusammenbruch

©RK/VOL.AT/Hartinger
Kurz "vor dem Kollaps" steht nach eigenen Angaben das Rote Kreuz in Vorarlberg. Die Gründe dafür sollen die kaum vorhandenen Nachtruhezeiten für Freiwillige, der Zivildienerschwund und die gestiegenen Einsatzzahlen sein.

Vor allem zwei große Probleme standen am Dienstag bei der Generalversammlung des Roten Kreuzes im Vordergrund: Die unaufhörlich steigenden Einsatzzahlen und der Mangel an Zivildienern.

Schon vor drei Jahren warnte das Rote Kreuz vor einer Überbelastung des Rettungsdienstes. Eine Aufarbeitung der Probleme betreffend der Mitarbeiter und Kosten führte zum kurzzeitigen Aufatmen. Nun steht der Rettungsdienst laut Präsident Ludwig Summer aber erneut vor dem Zusammenbruch.

380.000 unbezahlte Stunden

Rund 110.000 Personen waren auf die Hilfestellung des Roten Kreuzes angewiesen, davon waren 80.000 Krankentransporte, 10.000 aus dem Bereich Notarztdienst und 20.000 aus dem Bereich Notfallrettung. Dabei wurden rund 500.000 Leistungsstunden von den Ehrenamtlichen unentgeltlich erbracht: vor allem nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. 70 Freiwillige werden jede Nacht in Vorarlberg benötigt. Im Bereich der Dienstleistung sind es rund 380.000 unbezahlte Stunden pro Jahr.

Das eigentliche Problem seien aber nicht die steigenden Einsatzzahlen, sondern der Wegfall der nächtlichen Ruhezeiten, den diese Entwicklung nach sich zieht. Vielen Freiwilligen sei es deshalb nicht mehr möglich, Nachtdienste während der Werktage zu übernehmen. Summer erwartet aufgrund dieser Entwicklungen in Zukunft einen Mehrbedarf an Berufspersonal und damit eine eklatante Steigerung der Kosten.

Schwund der Zivildiener weiteres Problem

Ein weiteres schwieriges Thema ist der kontinuierliche Rückgang der Zivildiener. Speziell im Frühjahr verschärft sich die Situation. Da im ersten Halbjahr keine Schule endet, werden diese Einrückungstermine viel seltener genutzt. In der Folge hat das Rote Kreuz dann in den Monaten Juli bis Oktober deutlich zu wenig an ausgebildeten Zivildiener zur Verfügung. Deshalb müssen Aushilfen angestellt werden, welche bis zu drei Monate gegen Bezahlung mitarbeiten. Diese Ausgaben müssen durch Spenden finanziert werden.

(Red.)

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