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Rote Autos und Blaulicht

Stallehr (VN) - Wäre Rainer Batlogg in einem Feuerwehrauto geboren, hätte sich vermutlich auch niemand gewundert. Die Arbeit bei dieser Blaulichtorganisation spielte in seiner Familie immer eine große Rolle.
Schon der Vater war lange Jahre Kommandant der Ortsfeuerwehr Lorüns und Vertreter der Wehren des Bezirks Bludenz auf Landesebene. „Mir wurde die Liebe zur Feuerwehr praktisch in die Wiege gelegt“, befindet dann auch Rainer Batlogg selbst.

Hoher zeitlicher Einsatz

Mit zwölf zog er die großen Schuhe des Vaters an. Heute, mit auch noch jugendlichen, aber doch schon fortgeschritteneren 35 Jahren, bekleidet der Marketingexperte die ehrenamtliche Funktion eines Landesjugendreferenten. Viele Urlaubstage, zahlreiche Wochenenden und noch mehr von der übrigen Freizeit gehen für diese Arbeit drauf. Doch die Kameradschaft und der Zusammenhalt, den Rainer Batlogg dabei erlebt, entschädigen für den hohen Einsatz. „Zum Glück steht auch meine Familie dahinter“, sagt er erleichtert. Mehr noch. Der achtjährige Sohn zeigt ebenfalls bereits alle Anzeichen einer Sucht nach „rotenAutosundBlaulicht“.

Mundpropaganda bringts

Wo immer es möglich ist, begleitet er seinen Papa. „Ich muss ihn eher bremsen“, merkt der nicht ohne Stolz an. Auch sonst plagen die 120 Ortsfeuerwehren des Landes kaum Nachwuchssorgen. Derzeit gibt es 84 Jugendgruppen. „Allein heuer wurden vier neue gegründet“, erzählt Rainer Batlogg. Die Rekrutierung erfolgt hauptsächlich über Mundpropaganda. Und die läuft wie geschmiert. Was der Jugendreferent jedoch gut nachvollziehen kann, weiß er doch aus eigener Erfahrung, welche Faszination die Feuerwehr auf junge Leute ausübt. Nicht nur in Bezug auf die Technik übrigens. Dass Feuerwehrmann der laut Umfragen vertrauenswürdigste Beruf ist, trägt laut Batlogg auch seinen Teil zur Attraktivität bei. Die Aussicht, helfen zu können, ist ebenfalls eine große Motivation. Solche Erlebnisse seien mit Geld niemals aufzuwiegen.

Spezielle Ausbildung

Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz, wie das Zelt­lager beweist, das am Wochenende auf der Ruine Sigberg in Göfis stattgefunden hat. Doch über 800 junge Menschen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren anzuleiten, erfordert viel Fingerspitzengefühl. Aus diesem Grund sind die etwa 350 Jugendbetreuerinnen und -betreuer, die Rainer Batlogg unterstützen, entsprechend geschult. „Sie haben unter anderem eine pädagogische und soziale Ausbildung“, erklärt Batlogg. Er betont außerdem das gute Einvernehmen, das zwischen Mädchen und Burschen herrscht. Immerhin beträgt der Anteil der Wehrfrauen bereits zehn Prozent.

Ihm selbst obliegt es, die verschiedenen Arbeitsgruppen mit Informationen zu versorgen und „die richtigen Leute zusammenzubringen“. Denn: „Wir haben viele gute Ideen, die auf Umsetzung warten.“ Hin und wieder lässt aber selbst Rainer Batlogg einmal alle Fünfe gerade sein. Braucht er eine Pause vom feurigen Ehrenamt, verzieht er sich in die Berge. Hier kommt er zur Ruhe und findet auch wieder zu neuen Gedanken.

Zur Person: Rainer Batlogg

  • Geboren: 25. Dezember 1975
  • Beruf: Marketingleiter bei den Bergbahnen Gargellen
  • Hobbys: Feuerwehr, Funkenzunft, Skifahren, Bergwandern
  • Familie: verheiratet, 1 Kind

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