Rogan holt erneut Silber

Markus Rogan hat am Donnerstag seine zweite Olympia-Medaille geholt, der Österreicher eroberte über 200 m Rücken hinter Aaron Peirsol Silber. Eine Disqualifikation des US-Amerikaners wurde zurückgenommen.   | Reaktionen

Markus Rogan hat am Donnerstag die 100. Medaille in der Geschichte des Österreichischen Olympischen Comites (ÖOC) gewonnen, deren Farbe Silber wurde aber am Grünen Tisch bestimmt. Der Wiener hatte über 200 m Rücken als Zweiter angeschlagen, US-Sieger Aaron Peirsol wurde jedoch unmittelbar danach wegen eines Beinfehlers bei der dritten Wende disqualifiziert. Wegen eines Verfahrensfehlers wurde dem eingebrachten US-Protest statt gegeben, ehe die österreichische und britische Mannschaft einen Gegen-Protest lancierten. Dieser wurde am späten Abend abgewiesen.

Rogan hatte die Zurücknahme der Entscheidung begrüßt. „So wollte ich nicht Olympiasieger werden. Kein Gold und kein Silber sind so wertvoll wie eine Freundschaft”, meinte er nach der Bekanntgabe. Rogan und Peirsol sind seit Jahren gute Freunde. Doch danach wurde bekannt, dass die FINA-Entscheidung durch einen Verfahrensfehler begründet war. Vom Schiedsrichter ausgesprochen und vom Oberschiedsrichter bestätigt, wurde die Disqualifikation widerrufen, da die schriftliche Ausfertigung in Französisch statt wie vorgeschrieben in Englisch erfolgte.

Rogan-Trainer Robert Michlmayr entschloss sich dadurch gemeinsam mit den Briten – für James Goddard ging es um Bronze – zur Einreichung eines Gegen-Protests noch vor der Einspruchsfrist. „Markus ist das ein bisschen unangenehm”, sprach der Coach die Entwicklung der Causa an, er hätte auf einen Protest verzichtet. Schließlich kam kurz vor 23:00 Uhr Ortszeit die endgültige Entscheidung, dass die FINA-Berufungsjury nach Anhörung des Kampfrichters und des Technischen Komitees einstimmig beschlossen hat, den Protest gegen die Wiedereinsetzung von Peirsol nach dessen Qualifikation, zurückzuweisen. Der Bericht des Kampfrichters habe keine Verletzung der FINA-Schwimm-Regeln durch Peirsol aufgezeigt.

Die Spannung beim Rennen konnte mit der Aufregung danach durchaus Schritt halten. Rogan holte seine zweite Silber-Medaille bei diesen Spielen, drei Tage nach dem Rennen über 100 m Rücken. Er holte das Edelmetall mit einem klug eingeteilten Lauf, in dem er erst auf der letzten Länge auf Rang zwei vorstieß. 150 Meter lang hatte Peirsol vor Goddard geführt, der Brite hatte danach aber keine Reserven mehr und wurde vom Rumänen Razvan Florea (1:57,56) noch auf Platz vier verwiesen.

Im Wasser merkte Rogan bald, dass Peirsol nicht zu schlagen sein würde. „Ich habe um Silber kämpfen müssen, die letzten 20 Meter waren hart, so wie wenn man 500 Stufen mit 20 Telefonzellen am Rücken hinauflaufen muss.” Die Entscheidung der Disqualifikation seines Freundes habe keine Jubelgefühle ausgelöst. Vom Schwimmerischen her war Peirsol besser, sein Vorsprung betrug 2,4 Sekunden. Das erkannte Rogan auch an: „Meiner Meinung nach bin ich der zweitbeste Rücken-Schwimmer der Welt und Aaron ist der Beste. Die Fairness zählt mehr als eine Medaille.” Rogan hatte sofort nach der Disqualifikation die Freundschaft zu Peirsol einer zweifelhaft errungenen Gold-Medaille den Vorzug gegeben. „Ich habe mich in keiner Sekunde als Olympiasieger gefühlt. Die Mitteilung hat zwar mein Gehirn erreicht, aber nicht mein Herz. Ich bin froh, dass die Freundschaft über die Politik gesiegt hat.” Peirsol war vom Verhalten des Österreichers beeindruckt: „Markus hat die Entscheidung so gut aufgenommen. Er ist ein großartiger Freund.”

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