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"Rheinpark neu": Parkgebühr als Umsatzbremse

St. Margrethen - Zufriedenstellend angelaufen ist, von einigen kleineren Holperern abgesehen, das Geschäft im zwei Jahre lang „runderneuerten“ und im vergangenen Herbst neueröffneten Einkaufszentrum Rheinpark im benachbarten St. Margrethen.
Rheinpark in St. Margrethen

Im abgelaufenen Quartal notierte der Umsatz des Shoppingcenters insgesamt um fast 40 Prozent über jenem vom Vergleichsquartal 2008, als der Umbau noch voll im Gang war. Der Anteil der Vorarlberger Rheinpark-Kunden dürfte, laut der jüngsten diesbezüglichen Erhebung im November, 15 bis 20 Prozent betragen.

Das berichtete auf unsere Anfrage Giancarlo Gelsomino, der den langjährigen Zentrumsleiter Herbert Lutz nach dessen Pensionierung per 1. Oktober 2009 abgelöst hat. „Die Entwicklung im Haus verläuft absolut erfreulich, wir hatten auch ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft. Aber natürlich sind wir noch nicht dort, wo wir hin möchten“, erinnerte Gelsomino an Rheinpark-Jahresumsätze von über 200 Mill. Schweizerfranken in den frühen 90ern, als das Konjunkturbarometer „schön“ anzeigte und der Franken-Kurs auch Schilling- und D-Mark-Kunden scharenweise über die Grenze lockte. Während des Umbaues fiel der Jahresumsatz auf 110 Mill. Franken ab, und Gelsomino wäre glücklich, könnte er sich „bis in drei Jahren zumindest wieder in die Nähe besagter 200 Millionen Franken emporarbeiten“. Heute zähle außerdem die Schweiz 4,4 Prozent Arbeitslose, das Schweizer Rheintal noch deutlich mehr, zudem irritiere der anhaltend robuste Franken viele Euro-Kunden aus Vorarlberg und Deutschland. „Noch stärker verunsichert diese Kunden im Moment freilich die im November 2009 eingeführte Bewirtschaftung unserer 1001 Parkplätze, während Parkgebühren bei Einkaufszentren in Vorarlberg und Süddeutschland faktisch unbekannt sind“, verwies Gelsomino auf die entsprechende neue Schweizer Gesetzeslage. Der Rheinpark-Umbau war von der Politik schlicht an die Auflage geknüpft worden, dass die Kundenparkplätze zu bewirtschaften sind. Das „Rheinparken“ kostet seither 50 Rappen, also knapp 35 Cent je Stunde, eine Viertelstunde kommt gratis. Gelsomino: „Für einheimische Kunden ist das kein Problem. Die Parkgebühr-Reklamationen stammen zu 98 Prozent aus Vorarlberg und Deutschland.“

Während Wassereintritte wie im Verlauf des Umbaues seit der Neueröffnung kein Thema mehr sind, ist ein nach wie vor im Rheinpark residierender Bauleiter der mit dem Umbau betrauten Unirenova (Zürich) bis heute mit dem Ausmerzen von „Kinderkrankheiten“ des neuen Zentrums beschäftigt. So werden die Sickergräben bei den überdachten Parkflächen demnächst wieder zuasphaltiert, die auf dem Parkdeck positionierte Solaranlage sollte spätestens Ende Februar jene Feineinstellung aufweisen, aus der sie ihre volle Leistung entfalten kann. Neben der Behebung kleiner Baumängel gilt es auch die Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik noch so abzustimmen, dass optimale Werte erzielbar sind. In St. Margrethen ist man jedenfalls stolz darauf, erstes Schweizer Einkaufszentrum überhaupt im so genannten „Minergie-Standard“ zu sein.

Für 2011 hat man sich die letzte große Erneuerungsetappe – den Totalumbau des Supermarktes der Migros – vorgenommen. Auch dafür wurde ein zweistelliger Millionen-Frankenbetrag reserviert. Der Mieter-Mix, so Gelsomino, sei aber „schon heute der beste von allen sechs Einkaufszentren der Migros Ostschweiz“. Das gelte für alte wie neue „Ankermieter“ (wie Mode Weber, H & M, Sport Ochsner) ebenso wie z. B. für Schuler Weine, Buchhandlung Thalia, den Elektronikanbieter „Melectronics“ oder die Gastronomen unter dem Rheinpark-Dach.

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