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Ärger über Alkoholverbot

Schruns (VN) - Die Schrunser Jugend zeigt sich über die rigorose Vorgehensweise der Gemeinde verärgert. „Das Problem besteht seit Längerem und wurde mehrfach in der Gemeindevertretung thematisiert“, begründet Bürgermeister Karl Hueber den Beschluss der jüngsten Verordnung der Gemeinde Schruns.
Ortspolizeiliche Verordnung Schruns
Alkoholverbot in Schrunser Zentrum

Diese verbietet neben dem Konsum von alkoholischen Getränken im Musikpavillon sowie auf Kinderspielplätzen und in der öffentlichen Tiefgarage unter anderem auch das Abbrennen von Lagerfeuern, das zweckwidrige Verwenden von Spielgeräten sowie das Verunreinigen und Beschädigen vor Spielgeräten und Baulichkeiten an öffentlichen Plätzen. „Es ist dies eine Verordnung zum Schutz der Kinder“, sagt Hueber und verweist auf die Gefahren von Glassplittern in Sandkästen und beschädigten Spielgeräten. Außerdem soll durch diese Maßnahme dem Vandalismus in der Gemeinde Einhalt geboten werden.

„Der Musikpavillon und der unmittelbare Parkbereich werden von der Gemeinde an die Schruns-Tschagguns-Tourismus vermietet. Es handelt sich somit im Grunde genommen um gar keinen öffentlichen Bereich. Leider ist es immer wieder zu unangenehmen Vorfällen (Ablagern von Müll, Glasscherben, Urinieren usw.) gekommen – verursacht oft durch betrunkene Personen – weshalb sich die Gemeindevertretung schlussendlich gezwungen sah, etwas dagegen zu unternehmen“, informiert Oswald Huber im VN-Bürgerforum.

 
„Das Gespräch suchen“

„Aus Sicht der Suchtpräventionsstelle Supro ist das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Schruns nur teilweise nachvollziehbar“, sagt der Leiter der Werkstatt für Suchtprophylaxe, Andreas Prenn. „Es macht durchaus Sinn, den Konsum von Alkohol auf Kinderspielplätzen zu verbieten; beispielsweise aufgrund der negativen Vorbildwirkung für Kinder. Mit einem Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen wie dem Musikpavillon wird das Problem aber ganz sicher nicht gelöst, sondern nur an andere Orte verschoben“, argumentiert er und schlägt vor „mit jener – durchaus überschaubaren und bekannten – Gruppe von Jugendlichen, welche negativ auffällt, das Gespräch zu suchen, die anstehenden Probleme und Konsequenzen zu diskutieren“. Grundsätzlich sei jedoch festzuhalten, dass Jugendliche nicht nur Grenzen, sondern auch Freiräume brauchen, um sich zu entwickeln.

„Dazu gehören auch Orte, an denen sie sich treffen können“, kommt er zum Schluss. Seitens der Offenen Jugendarbeit Montafon (JAM) ist man insbesondere über die Vorgehensweise der Gemeinde verärgert. „Wir wurden seitens der Gemeinde nicht informiert, dass es so gravierende Probleme gibt“, so Viola Karg. Seit sechs Jahren wird mit dem Jugendtreff „Jam“ eine Anlaufstelle für die Jugendlichen in Schruns angeboten. „Das Potenzial ist mit Sicherheit da, aber leider fehlen die notwendigen Ressourcen“, wünscht sich Karg eine intensivere Förderung, die eine mobile Jugendarbeit bzw. längere Öffnungszeiten ermöglichen würde. Dass es diesbezüglich auch seitens der Gemeinde Schruns Bestrebungen gibt, bestätigt Hueber: „Die Ausweitung der Öffnungszeiten wurde bereits diskutiert.“

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