Rendi-Wagner startete mit weiteren Ärzten Impf-Initiative

Idee einer Impfwoche als gemeinsamer "nationaler Kraftakt"
Idee einer Impfwoche als gemeinsamer "nationaler Kraftakt" ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Impfrate in Österreich ist niedrig, eine neue Corona-Welle droht, davor hat SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner gemeinsam mit Gesundheitsexperten bei einer Pressekonferenz am Samstag gewarnt.

In einem "nationalen Kraftakt" und mit Hilfe einer "Impfwoche" gelte es die Impfrate auf über 80 Prozent zu steigern, um, wie das Beispiel Dänemark zeige, weitgehend auf Restriktionen verzichten zu können. Zeitpunkt, Dauer und konkrete Maßnahmen der Aktion wurden dabei nicht genannt.

Rendi-Wagner will Zögerliche erreichen

"Das Bild des letzten Winters wiederholt sich", sagte Rendi-Wagner, "weil wir es im Sommer und Herbst nicht geschafft haben eine 80-prozentige Durchimpfung zu erreichen". Es sei aus ihrer Sicht daher nötig, gemeinsam mit "Kolleginnen und Kollegen" einen Appell an die Bevölkerung zu richten, sich impfen zu lassen. "Sonst wird uns Corona mit all seinen schrecklichen Konsequenzen weiter erhalten bleiben". Die bisherige Impfkampagne der Regierung stieß zwar an ihre Grenzen, Studien zeigten aber, dass es durchaus möglich wäre, 15 bis 17 Prozent an "Zögerlichen" zu erreichen, würde man Interessierte besser aufklären und niederschwellige Impfmöglichkeiten anbieten, meinte die Ärztin. "Aber Resignation kann keine Option sein".

Kampf gegen Mythen

Es gelte vor allem jüngere und mittlere Alterskohorten, bildungsferne Schichten und Menschen direkt anzusprechen, die die klassischen Medien nicht verfolgen, forderte auch Virologin Heidemarie Holzmann, die diese Gruppen in einer Studie der Universität Wien als unterdurchschnittlich geimpft identifiziert hat. Dabei gelte es auch Mythen zu bekämpfen: so gebe es etwa weiterhin keinen Hinweis, dass die Impfung unfruchtbar machen könnte. Die aufklärenden Briefe der Sozialversicherungen, die für Dezember geplant sind, begrüßte die Expertin - es sollte aber auch mit Testimonials und für Jüngere auch vermehrt auf Social Media geworben werden.

Infektiologe mit mahnenden Worten

Diesbezüglich ließ es sich auch der Infektiologe Christoph Wenisch nicht nehmen, wiederum den österreichischen Tennis-Star Dominic Thiem ins Spiel zu bringen und ihn einzuladen, sich selbst vor Ort im Spital ein Bild zu machen, wie es Infizierten gehe. "Es ist sehr viel Personal krank geworden, 30 Prozent der Mitarbeiter haben sich angesteckt, ich persönlich habe Freunde und Bekannte an Long Covid verloren", sagte Wenisch, der die dramatische Situation in der Wiener Klinik Favoriten täglich aus nächster Nähe miterlebt. Teilweise müssten so viele Menschen künstlich beatmet werden, dass der Sauerstoffdruck im Haus ständig überprüft werden müsse, schilderte Wenisch.

Israel als Vorbild

Als Vorbilder nannte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeresz Israel. Im Sommer seien dir Zahlen dort explodiert, dann sei die Impfrate gesteigert worden beziehungsweise die Impfungen aufgefrischt worden. "Wir sehen also schwarz auf weiß, dass eine Rate von über 80 Prozent Durchimpfung Maßnahmen und Restriktionen unnötig werden lassen", sagte der Mediziner. Er forderte erneut alle Ungeimpften auf, sich bei Fragen und Unsicherheiten an Ärzte des Vertrauens zu wenden. Er halte viel von zielgruppengerechter Aufklärung und dem Verteilen von Factsheets zum Thema Corona. Eine zusätzliche monetäre Belohnung zur Gratis-Impfung sei aber nicht der richtige Weg.

"Studien vertrauen"

"Die Impfung wirkt, seit Jänner impfen wir weltweit Milliarden an Dosen und wir haben gute Daten hinsichtlich der Sicherheit und der Wirksamkeit", sagte die Leiterin des Nationalen Impfgremiums (NIG), Ursula Wiedermann-Schmidt. Sie verwies auf eine aktuelle schottische Studie, die zeigte, dass das Risiko Geimpfter 60-fach niedriger ist an einer Corona-Infektion zu sterben als das Ungeimpfter. "Es gilt aber Studien nicht nur zu lesen, sondern ihnen auch zu vertrauen", mahnte die Expertin.

(APA)

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