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Remis nach starkem Finish

Mit einem starken Finish hat das lange Zeit schwer enttäuschende österreichische Fußball-Nationalteam am Mittwoch in Graz im freundschaftlichen Länderspiel gegen Schottland noch ein 2:2-Heimremis erreicht.

Zwei späte Tore haben Österreichs Fußball-Nationalteam am Mittwoch in Graz vor einer völlig verpatzten Generalprobe für das vorentscheidende WM-Qualifikations-Auswärtsspiel gegen Polen am 3. September bewahrt. Die favorisierte ÖFB-Truppe erkämpfte sich nach schwacher Leistung und starkem Finish gegen Schottland gerade noch ein 2:2-Remis. Miller (3.) und O’Connor (39.) brachten die Gäste vor 13.800 Zuschauern im Schwarzenegger-Stadion in Front, späte Tore durch Ibertsberger (83.) und Aufhauser (87.) sorgten jedoch noch für ein halbwegs versöhnliches Ende. In den Spielen gegen Polen und Aserbaidschan wird jedoch eine gehörige Steigerung notwendig sein.

Für beide Teams ist die Qualifikation für die WM 2006 in relativ weite Ferne gerückt, beim Treffen in Graz galt es daher Selbstvertrauen zu tanken. Den Schotten gelang dabei nach 2:39 Minuten ein Traumstart. Kühbauer verlor den Ball an Quashie, beim Lochpass des Southampton-Spielers rutschte Gercaliu (38. Debütant der Krankl-Ära) aus und hob das Abseits auf, Miller zog alleine auf Payer zu, umkurvte diesen und schob lässig ein. Krankl sah zunächst eine passende Reaktion seiner Truppe. Einen Freistoß von Ivanschitz parierte Gordon bravourös (6.), nach Schopp-Hereingabe schrammte Pressley nur hauchdünn an einem Eigentor vorbei (10.). Doch dann hatte die stark ersatzgeschwächte, junge schottische Truppe das Geschehen wieder im Griff. Spritzig, ballsicher und selbstbewusst wirbelten Miller, O’Connor und Quashie durch die verunsicherte ÖFB-Defensive. Österreichs einziges Mittel waren bei viel Unordnung und wenig Ideen verzweifelte Fernschüsse. Effizienz pur hingegen bei den Schotten: O’Neil spielte auf O’Connor, dieser zog aus 18 Metern trocken und flach ab und traf genau ins linke Eck (39.).

Nach der Kabinenpredigt änderte sich am Geschehen nur wenig. Die Schotten ließen mit der Führung im Rücken die Österreicher kommen, die totale Ideenlosigkeit der ersten Hälfte setzte sich auf ÖFB-Seite nahtlos fort. Nach 83 Minuten wurde jedoch das “Grande Finale” eingeläutet. Ein scharfer Schuss von Ibertsberger wurde unhaltbar ins linke Kreuzeck abgefälscht. Ein Ruck ging durch die Mannschaft und sogar der Ausgleich gelang noch: Nach Freistoß von Ivanschitz konnte Goalie Douglas den Ball nur wegfausten, Standfest war in seinem Heimstadion zur Stelle und drückte per Kopf ein. Ein versöhnliches Ende eines unterm Strich enttäuschenden Länderspiels.

Hans Krankl (Teamchef): “Das Resultat ist das Beste am Spiel. Die einzige positive Sache war, dass die Mannschaft nicht aufgegeben und Moral gezeigt hat. Das Spiel war schlecht. Es war dieselbe Situation wie in Glasgow, dort hat man uns nicht für voll genommen und wir haben gewonnen. Heute war es umgekehrt. Einige dachten, wir fahren über die drüber. Wenn wir, selten genug, Favorit sind, haben wir große Probleme, das Spiel zu machen. Für uns ist es eindeutig besser, ein Auswärtsspiel als Zwerg zu machen.”
Walter Smith (Teamchef Schottland): “Es hat einige Zeit gedauert, bis meine Mannschaft zu ihrem Spiel fand. Dann war ich sehr zufrieden. Erst im Finish haben wir etwas den Faden verloren, aber im Großen und Ganzen sind Leistung und Resultat ok.”

Österreich – Schottland: 2:2 (0:2)
Arnold-Schwarzenegger-Stadion, 13.800, SR Dereli
Torfolge: 0:1 (3.) Miller, 0:2 (39.) O’Connor, 1:2 (83.) Ibertsberger, 2:2 (87.) Standfest
Österreich: Payer (46. Schranz) – Dospel (54. Standfest), Ehmann, Pogatetz, Gercaliu – Schopp (69. Ibertsberger), Kühbauer (79. Säumel), Aufhauser, Ivanschitz – Mayrleb (66. Akagündüz), Vastic (66. Kuljic)
Schottland: Gordon (46. Douglas) – Caldwell, Pressley (46. Anderson), Webster, Alexander – McNamara, Dailly, O’Neil (46. Severin), Quashie (73. Hughes) – Miller (46. Riordan), O’Connor

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