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Rekord: Um 25 Prozent mehr Privatkonkurse

Schwarzach - In Vorarlberg mussten im ersten Quartal dieses Jahres 62 Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Zahl der Privatkonkurse ist um 25 Prozent gestiegen. Insolvenzdaten Private | Insolvenzdaten Unternehmen | Interview IfS 

Anders als in den anderen Bundesländern ist in Vorarlberg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal 2008 gegenüber 2007 mit 62 gegenüber 61 Pleiten nicht zurückgegangen, sondern praktisch unverändert geblieben. Die Summe der geschätzten Passiva hat aber um rund 70 Prozent von 39 auf 12 Mio. Euro abgenommen. Ein völlig anderes Bild ergibt sich laut Peter Mayer vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) in Feldkirch bei den Privatkonkursen: Dort ist die Zahl der Fälle um 25 Prozent von 159 auf 198 angewachsen. Österreichweit machte der Anstieg der Privatkonkurse zwölf Prozent aus.

Mayer führte den Rückgang bei den geschätzten Unternehmens-Passiva darauf zurück, dass im ersten Quartal 2008 ein Großkonkurs wie im Vorjahr – die Insolvenz der Vorarlberger Wirkwarenfabrik Gebrüder Wolff Gesellschaft m.b.H. (Passiva: 25,9 Mio. Euro) – ausgeblieben ist. Lediglich im ersten Quartal 2004 seien die geschätzten Passiva mit 10 Mio. Euro noch niedriger gelegen als heuer. Das größte Insolvenzverfahren des ersten Quartals betraf die Baubranche, nämlich die Firma Stahlbau Mark GmbH mit Passiva von rund 2,4 Mio. Euro. Neben den eröffneten 24 Insolvenzverfahren wurden 38 Konkursanträge mangels hinreichenden Vermögens abgewiesen.

Gemessen an der Anzahl der Verfahren liegt in der Branchenstatistik das Gastgewerbe voran (14 Verfahren), gefolgt von den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen (12) und der Bauwirtschaft (7). Auf den entstandenen Schaden bezogen nimmt das Baugewerbe mit rund 3,2 Mio. Euro die Spitzenposition in der heurigen Statistik für das erste Quartal ein.

Bei den Privatkonkursen zeichnet sich für heuer laut Mayer eine weitere Steigerung ab, nachdem bereits 2007 der stärkste Anstieg aller Bundesländer verzeichnet werden musste. 174 Schuldenregulierungsverfahren wurden eröffnet, 24 Anträge wurden von den Gerichten abgewiesen. Die Summe der geschätzten Passiva nahm mit rund 21,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (19 Mio. Euro) zwar nicht allzu stark zu, erstmals übertraf jedoch die Summe der geschätzten Passiva der Privatinsolvenzen jene der Unternehmensinsolvenzen.

“Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Privatkonkurse am Jahresende kräftig über dem Vorjahr liegen und somit wieder eine Rekordmarke erreichen wird”, sagte Mayer. Hauptgründe für die finanziellen Probleme der Schuldner seien Einkommensverschlechterungen und Arbeitslosigkeit. Zudem werde es immer wieder einen Personenkreis geben, der dem heutigen Konsum-Angebot nicht widerstehen könne und sich verleiten lasse, mehr Geld auszugeben als verdient wird.

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