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Reif fürs Altersheim?

Ab 35 baut man ab, heißt es. Unser Alltag nimmt uns viel Arbeit, auch viel Denkarbeit ab. Das rächt sich spätestens wenn man sich an den IQ-Test von Ubisoft wagt. 

Als ich mich das erste Mal durch den Intelligenztest Mind Quiz von Ubisoft kämpfte, hielt ich mich für relativ gut. Hatte ich doch alle Fragen soweit richtig und auch relativ flott beantwortet. Über das Ergebnis breiten wir schon einmal den Mantel des Schweigens. Nur soviel: Ich habe mir schon mal ein Zimmerchen mit ADSL Anschluss im Altersheim gebucht.
  

  
Wie das Alternativprodukt von Dr. Kawashima bestätigt auch hier ein Mediziner aus dem Land der aufgehenden Sonne die Testresultate, die wohl bei jedem, der diese „Tests“ anfangs macht, so ausfallen. Nach eingehender Beschäftigung mit der Software erreichte ich zwar ein deutlich niedrigeres Alter als das beim ersten Test, doch an mein reales kam ich selbst nach längerem Training nicht heran.
  

  
Im Grunde geht es bei den Tests nicht nur um die Richtigkeit, sondern auch um Reaktion. Bei letzterem dürften mittelmäßig im Oberstübchen möblierte einem Intelligenzbolzen, der noch nie einen PSP oder ein Gamepad in der Hand hielt, locker überlegen sein, da viel über die Reaktionsgeschwindigkeit bei der Eingabe der Antworten geht. Deshalb sollte auch Mind Quiz nicht allzu ernst genommen werden. Ein spannendes Game ist es allemal, und auch für Zocker interessant, die mit herkömmlichen E-Games nichts anfangen können oder diese für Kinderkram halten. Die insgesamt über 50 Aufgaben setzten mathematisches Grundwissen, Farbenkenntnis, geometrische und räumliche Vorstellungen voraus, spezielle Reflex-Testreihen sollen die Reaktionsgeschwindigkeit verbessern. Auch ein eigener Bereich Rechnen pustet die verkalkten Gehirnwindungen wieder mal so richtig durch. Im Bereich „Prüfung“ kann man in wiederkehrenden Abständen die Tests wiederholen, um sein neues trainiertes Gehirnalter zu messen. Wer sich lange genug mit der Software auseinandersetzt, erreicht hier alleine schon aufgrund des Trainingseffekts, der aber nicht unbedingt auf ein allgemeines Trainieren des Gehirns zurückzuführen ist.
  

  
Wer möchte, darf den Titel übrigens auch wireless zu zweit gegen einen weiteren menschlichen Spieler zocken. Gestellte Aufgaben werden hier von beiden Hirnschülern bearbeitet und wer schließlich schneller richtig löst, darf seinem Gegenspieler Hohn und Spott zukommen lassen.
  

  
Die Grafik ist zweckmäßig, der Sound auch. Man merkt Mind Quiz seine asiatischen Wurzeln an, eine mangamäßig in Szene gesetzte junge Dame führt durch die Testreihen. Das Game kommt von Sega, viele Fans dürften es alleine deswegen schon kaufen.
  

  
Fazit:
  

  
Mind Quiz ist kein Game im eigentlichen Sinne. Es eignet sich wegen seines Prinzips auch nur bedingt für unterwegs, wenngleich die Länge der Übungen kurz bemessen ist, ideal eigentlich für einen Zock für zwischendurch. Allerdings erfordern gerade auch die Prüfungen 120 Prozent Konzentration. Mindquiz ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, den geneigten Gamer aber mit so Aussagen zu belegen, die seinem Gehirn das doppelte Alter zuweisen, das es tatsächlich hat, ist aber eine fragwürdige Maßnahme. Vor allem, wenn man selbst nach ausführlichem Training mit der Software nicht auf sein wirkliches biologisches Alter kommt. Entweder verdummen wir wirklich mit den Jahren, oder es stimmt schlichtweg am Test oder an den Parametern nicht. Mindquiz ist eine nette Alternative zu Kreuzworträtseln oder auch als Partygame lustig, ein wirklicher Dauerbrenner ist es nicht.

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