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Reiche ziehen Geld aus Liechtenstein ab

Bei den Vermögensverwaltungsbanken in Liechtenstein ziehen reiche Kunden angesichts der Diskussionen um Steuern und Bankgeheimnis weiterhin Geld ab. Manchem Ausländer ist das kleine Fürstentum als Hort des Vermögens nicht mehr sicher genug.

Bei der im Besitz des Fürstenhauses stehenden LGT Group zogen Kunden nach Angaben vom Dienstag aus Konten und Depots in Liechtenstein im letzten Jahr 4,7 Mrd. Franken (3 Mrd. Euro) ab.

Einen Teilausgleich boten das Asset Management für institutionelle Kunden und die ausländischen LGT-Niederlassungen etwa in Deutschland, Schweiz oder Singapur und auch Österreich. Dort brachten Kunden insgesamt 3,4 Mrd. Franken neues Geld, so dass sich der sogenannte Netto-Abfluss für die ganze LGT-Gruppe auf 1,3 Mrd. Franken belief.

Daneben bewirkten sinkende Kurse von Aktien und Anleihen wie bei anderen Banken auch einen Wertverlust bei den verwalteten Vermögen, die insgesamt um 24 Prozent auf 78 Mrd. Franken zurückgingen.

Die “Fürstenbank” kam besser davon als die halb so große Liechtensteiner VP Bank, bei der die Kunden netto ebenfalls 1,3 Mrd. Franken abzogen. Angesichts der laufenden Steuerdiskussionen sei es schwierig, Abflüsse durch Gelder neuer Kunden auszugleichen, hatte die Bank bei der Vorlage des Jahresabschlusses vor einer Woche Analysten erklärt.

Unter dem Strich zeigte sich LGT-Chef Prinz Max von und zu Liechtenstein aber zufrieden. Der Gewinnrückgang um 36 Prozent auf 163 Mio. Franken sei angesichts der Finanzkrise und der Diskussionen um Liechtenstein zufriedenstellen. In den ersten beiden Monaten habe sich an den Geschäftstrends im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert.

Saldiert 1,3 Mrd. Franken an Kundengeldern wanderten im vergangenen Jahr aus den Tresoren der LGT. Im Februar 2008 war die Bank in die Schlagzeilen gekommen, weil ein Angestellter LGT-Kundendaten stahl und den deutschen Steuerbehörden aushändigte. Die Folge war ein Steuerskandal in mehreren Staaten.

Im Vorjahr hatten Kunden noch Neugelder über 11 Mrd. Franken auf die fürstliche Bank getragen. “Der Geldabfluss im 2008 geht klar auf den Datenklau und seine Folgewirkungen zurück”, sagte Prinz Max. Ihre in Vaduz beheimatete Treuhandabteilung, die besonders im Kreuzfeuer internationaler Kritik gestanden hatte, verkauft die LGT nun.

Die verwalteten Kundenvermögen litten indessen nicht nur unter der Diskussion um den Finanzplatz Liechtenstein: Die miserable Entwicklung der Aktienmärkte stutzte die der LGT anvertrauten Vermögenswerte von 102,8 auf 78 Mrd. Franken zurück. Auch in der Erfolgsrechnung hinterlässt die Finanzkrise ihre Spuren.

Operativ musste die Bank einen Rückgang des Bruttoerfolgs um 10,3 Prozent auf 788,3 Mio. Franken hinnehmen. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gingen die Erträge um 13,7 Prozent auf 586,4 Mio. Franken zurück, im Handelsgeschäft um 31,1 Prozent auf 79,2 Mio. Franken. Im Zinsgeschäft stieg der Ertrag hingegen um 45,6 Prozent auf 122,7 Mio. sFr an.

Die Kapitalbasis ist mit einer Kernkapitalquote von 16,5 Prozent im Branchenvergleich hoch. “Die Überschuldung im Bankensektor ist nicht unser Problem”, sagte der LGT-Chef. Die Geschäfts- und Anlagepolitik der Fürstenbank ist betont konservativ. Das bilanzierte Verhältnis von vergebenen Krediten zu Kundeneinlagen beträgt 1 zu 3, wie Bank-Chef Prinz Max erläuterte.

Die LGT Group verliert aber auch im laufenden Jahr nach wie vor Kundengeld. Laut Thomas Piske, Chef der Vermögensverwaltung, bewegt sich der Geldabfluss in den ersten Monaten 2009 auf ähnlichem Niveau wie im abgeschlossenen Geschäftsjahr.

Die Bank ist indessen zuversichtlich, dass der Geldabfluss endet. “Die Ursachen des Abflusses sind bekannt”, sagte Finanzchef Olivier de Perregaux. Wieviel unversteuertes Geld aus dem Ausland noch bei der LGT liegt, verrät die Bank nicht.

Der “Paradigmenwechsel” im Umgang mit Steueroasen werde die LGT Group überstehen, ist sich Prinz Max gewiss. “Die Treuhandabteilung haben wir verkauft, und wir fokussieren uns nun auf das Kerngeschäft”, sagte der LGT-Chef.

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