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Reiche für Vogelgrippe mitverantwortlich

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat den Industriestaaten vorgeworfen, arme Länder bei der Bekämpfung der Vogelgrippe im Stich gelassen zu haben.

Bei den Reichen habe es mit Blick auf die Epidemie „einen Mangel an Vorausschau und Solidarität“ gegeben, sagte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf der französischen Zeitung „Liberation“ (Montagausgabe).

Schließlich habe die Krise bereits Ende 2003 in Asien angefangen. Die FAO habe damals erfolglos versucht, die internationale Gemeinschaft zu einer Unterstützung des Kampfes gegen die Ausbreitung zu bewegen, erklärte Diouf.

„Damals hatten wir noch alle Trümpfe in der Hand“, sagte Diouf. Beispielsweise hätten Länder wie Thailand und Vietnam dringend Unterstützung durch Veterinäre benötigt, aber nicht erhalten. „Die entwickelten Länder haben gedacht, dass das auf Asien beschränkt sein wird, alles sehr weit weg ist und das Risiko einer Epidemie übertrieben wird.“ Sie hätten sich erst bewegt, „als das Virus in der Türkei angekommen ist“, sagte der FAO-Chef. Aber selbst derzeit komme die Hilfe nur zögerlich. Laut Diouf wurden von den 1,9 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) Hilfe, die Mitte Jänner in Peking bei der internationalen Geberkonferenz zur Vogelgrippe versprochen wurden, bisher erst 16 Millionen Dollar an die FAO überwiesen.

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