Regierungsriege hält offenbar wenig vom Impfen

Ausgerechnet die Bundesregierung, die den millionenschweren Kauf des Serums gegen Schweinegrippe in Auftrag gegeben hat, hält offenbar wenig davon, sich selbst impfen zu lassen.
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Die Politiker befinden sich damit in guter Gesellschaft heimischer Promis, die vom ORF und “Österreich” befragt wurden und von Hans Krankl bis Udo Jürgens mit Nein geantwortet haben.

Interessant die Begründung von Kanzler Werner Faymann (S): Er habe eine Gesundenuntersuchung gemacht, eine Immunisierung sei nicht notwendig. Dabei hatten kanadische Mediziner herausgefunden, dass sich ein schwerer Krankheitsverlauf und Todesfälle bei relativ gesunden Heranwachsenden und Erwachsenen zwischen zehn und 60 Jahren häufen. Verteidigungs- und Sportminister Darabos (S) glaubt wiederum offenbar, durch Vitamine gegen Viren immun zu sein. “Ich esse genug Obst, ich brauche keine Impfung.” Eva Glawischnig (G) wieder verzichtet auf den Schutz, da sie noch ihr Baby stillt.

Skifahrerin Marlies Schild zur Tageszeitung “Österreich” (Mittwoch-Ausgabe): “Ich bin kein Impffreak. An Schweinegrippe stirbt man nicht.” Allerdings registrierte die WHO bis Anfang Oktober weltweit mehr als 4.000 H1N1-Tote. Doch auch für Skisprung-Chef Toni Innauer ist die Pandemie “keine lebensbedrohende Sache”.

Selbst Gesundheitsminister Alois Stöger (S) glaubt, zu keiner Risikogruppe zu gehören. Zudem will er niemandem den Impfstoff “wegnehmen”, wie er das ORF-Radio Ö3 wissen ließ. “Absolut kein Thema” ist eine Injektion für FPÖ-Chef HC Strache, “Spritzen-Angst” hat gar BZÖ-Politiker Stefan Petzner und Peter Pilz (G) “steht nicht auf der Spenderliste der Pharmaindustrie”.

Einzige Ausreißer bei den Befragten: Vizekanzler Josef Pröll (V): Er will dem medizinischen Personal den Vortritt lassen “und zieht es dann in Erwägung”. Noch nicht entschieden hat sich auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V).

Herr und Frau Österreicher scheinen ebenfalls nicht allzu impfbereit: In einer Umfrage (YouGovPsychonomics) haben Anfang September nur 18 Prozent entsprechende Ambitionen angegeben. Dies entspricht jenem Bild, das man hierzulande bereits von der Impfung gegen die normale saisonale Influenza kennt: Lediglich rund zwölf Prozent setzen auf eine Immunisierung.

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