Regierung will ORF-Frauenquote

In der ORF-Gesetzesnovelle wird eine Frauenquote von 45 Prozent festgeschrieben werden. Das kündigten Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) und Familienstaatssekretärin Christine Marek (V) am Mittwoch im Rahmen des elften Journalistinnenkongresses in Wien an.
ORF verliert Zuschauer

“Das bedeutet, dass Frauen bei gleicher Qualifikation im ORF so lange bevorzugt werden müssen, bis diese Quote erreicht ist. Gemeinsam werden wir das in der Großen Koalition erreichen”, so Heinisch-Hosek.

Auch Marek betonte, es sei “unerträglich, wie im ORF mit starken und kompetenten Frauen umgegangen wird”, die Quotenfestsetzung sei daher unumgänglich. Die neue Regelung soll sich am Bundesgleichbehandlungsgesetz orientieren und im Rahmen der ORF-Gesetzesnovelle festgeschrieben werden, kündigten die Politikerinnen an. Innerhalb der Großen Koalition gebe es diesbezüglich ein gemeinsames Interesse, so Marek.

Die Staatssekretärin kritisierte das mangelnde Interesse des ORF an Frauenthemen auch in der Berichterstattung: “Ich hätte mir gewünscht, dass der öffentlich-rechtliche Sender über die parlamentarische Enquete zum Thema Frauen im gleichen Umfang berichtet wie über die ORF-Enquete”, so Marek.

Heinisch-Hosek kritisierte auch die Ungleichbehandlung von Journalistinnen und Journalisten in Privatunternehmen. Die größte Diskrepanz finde sich noch immer in der Gehaltstabelle und das, obwohl Frauen den weitaus größeren Akademikeranteil unter den Journalisten stellen. Journalistinnen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen, “sie landen öfter in prekären Arbeitssituationen und sind in Führungsetagen kaum vertreten”, so die Frauenministerin. Sie verlangte daher eine Offenlegung der Gehälter in den verschiedenen Hierarchieebenen, damit sich Frauen bei Gehaltsverhandlungen daran orientieren können. Weiters “verlange ich als Frauenministerin auch eine verpflichtende Frauenquote in der Privatwirtschaft”, so Heinisch-Hosek.

In die gleiche Richtung ging Elisabeth Freismuth, Sektionschefin im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Sie forderte, dass Chefredakteurinnen und Frauen in medialen Führungspositionen “keine Einzelfälle bleiben, sondern die Regel werden”. Der Beruf Journalismus sei – ähnlich wie in der Wissenschaft – “sehr weiblich, aber die Führung ist männlich, das muss sich ändern. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Rolle der Frauen marginalisiert wird.”

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Politik
  • Regierung will ORF-Frauenquote
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen