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"Regenwald der Österreicher" mit neuem Obmann

©handout APA/Tropenstation / Canva
1991 begann Michael Schnitzler Spenden zu sammeln, um in Costa Rica einen der artenreichsten Urwälder Mittelamerikas vor der Zerstörung zu retten.
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Der von ihm gegründete Verein "Regenwald der Österreicher" hat seither über 4.500 Hektar freigekauft, um Regenwald zu retten bzw. Flächen wieder zu bewalden. Nun zieht sich Schnitzler 78-jährig als Vereins-Obmann zurück.

"Wir sind eine kleine Organisation und können nicht die Welt retten, aber wir kümmern uns um einen kleinen Teil", so der Musiker und Naturschützer, der sich nicht gescheut hat, seinen prominenten Namen - Schnitzler ist Enkel des Schriftstellers Arthur Schnitzler - für das Projekt einzusetzen. Unter dem Eindruck zunehmender illegaler Schlägerungen in unberührten Regenwaldgebieten begann er, sich für den Schutz des Waldes einzusetzen. Deswegen hatte Schnitzler Ende der 1980er-Jahre ein kleines Haus am Rande des Esquinas-Regenwaldes nahe dem Städtchen Golfito an der Pazifikküste im Südwesten Costa Ricas gekauft und startete das Projekt "Regenwald der Österreicher". "Zuerst schnorrte ich Verwandte und Bekannte an, dann berichteten österreichische Medien über das Projekt und zahlreiche Kleinspender kamen dazu, von denen viele heute noch dabei sind", so Schnitzler.

Naturschutz statt Tourismus

Am Anfang erntete "el loco austriaco" (der verrückte Österreicher) noch Kopfschütteln bei der lokalen Bevölkerung, kaufte er doch Grundstücke und schenkte sie gleich wieder dem Staat, damit die Flächen in den damals weitgehend nur auf dem Papier bestehenden Nationalpark Piedras Blancas eingegliedert werden. Manch einer meinte, sie hätten ein Grundstück mit Wasserfall, ob er dort nicht ein schönes Hotel hinbauen wolle, erinnert sich Schnitzler an die Anfänge.

Inzwischen gilt der Esquinas-Regenwald als gerettet, allerdings verfolgen der Verein und die beteiligten Wissenschafter seit einigen Jahren ein neues Ziel. Sie arbeiten daran, im Pufferbereich des Nationalparks Grundstücke zu erwerben und zu schützen und in weiterer Folge den Nationalpark mit dem nahe gelegenen Bergregenwald am Höhenrücken Fila Cal zu verbinden. Für diesen "Biologischen Korridor La Gamba - COBIGA" werden - wieder mit Unterstützung des Vereins "Regenwald der Österreicher" - bestehende Wälder und Weideland angekauft und Brachflächen wiederbewaldet.

Aus gesundheitlichen Gründen hat Schnitzler die Obmannschaft an den Biologen Anton Weissenhofer (55) von der Universität Wien übergeben. Weissenhofer leitet seit 1993 gemeinsam mit seinem Kollegen Werner Huber die österreichische Tropenstation "La Gamba". An der Spitze des Vereins wolle er "den Weg Michael Schnitzlers weitergehen". Mit diesem verbinde ihn seit fast 30 Jahren die Leidenschaft den "Regenwald der Österreicher" zu erhalten und zu erforschen - "das ist zu meiner Lebensaufgabe geworden und durch die neue Obmannschaft noch um ein Stück mehr".

(VOL.AT/APA)

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