Regen vertrieb Besucher zum Auftakt

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Starke Regenfälle haben am Freitag den Beginn des dreitägigen Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Österreich getrübt.

Der Empfang in Wien-Schwechat musste kurzfristig vom Flugfeld in einen Hangar verlegt werden und zur liturgischen Eröffnungsfeier Am Hof in der Innenstadt kamen statt der erwarteten 25.000 Teilnehmer laut Polizeiangaben nur 7.000 Papst-Fans. Anlass der Visite ist das 850-Jahr-Jubiläum des Wallfahrtsortes Mariazell, das morgen, Samstag, gefeiert wird.

Improvisation war nicht nur am Flughafen, sondern auch Am Hof gefragt. Während der Papst-Ansprache gab es eine technische Panne. Das Mikrofon fiel aus, der Papst musste seine Rede vorzeitig abbrechen. Kardinal Christoph Schönborn rettete die Situation, stimmte das gesungene „Vater unser“-Gebet ohne Mikrofon an und die Feier wurde vorzeitig mit dem Papstsegen beendet.

Nach der Feier Am Hof hielt der Papst am benachbarten Judenplatz gemeinsam mit Oberrabbiner Chaim Eisenberg ein stilles Gedenken beim Mahnmal für die österreichischen Opfer der Shoah ab.

Kardinal Schönborn ging in seiner Begrüßungsrede Am Hof auf die jüdischen Wurzeln der Kirche ein. „Es gehört zur Tragik dieser Stadt, dass gerade hier diese Wurzel vergessen, ja verleugnet wurde, bis hin zum gottlosen Willen, das Volk zu vernichten, dem Gottes erste Liebe gilt“, sagte der Wiener Erzbischof mit Hinblick auf die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus.

Schönborn erinnerte auch an die innerkirchlichen Konflikte und Skandale der 80er und 90er Jahre: Die Kirche in Österreich sei „durch notvolle, schmerzliche Zeiten gegangen“. Die Katholiken im Land seien daher oftmals „in Gefahr, mutlos zu werden, zu resignieren oder gar die Hoffnung zu verlieren“. Er forderte den Heiligen Vater auf, den Glauben zu stärken und „unseren Blick neu auf Christus“ zu lenken, denn „er ist unser Zuversicht und unsere Hoffnung“.

Der Papst hatte zuvor auf seinem Flug nach Österreich im Gespräch mit Journalisten all jenen gedankt, „die in diesen Jahren gelitten hatten und die in schwierigen Zeiten der Kirche treugeblieben sind“.

Benedikt betonte auch, dass sein Besuch in Österreich keine „politische Reise“ sei, sondern eine „Pilgerreise“. Dementsprechend verwies er bei der Feier Am Hof – mit merklich heiserer Stimme – auf „die Bedeutung der Muttergottes für Österreich“. In seiner Ansprache am Flughafen sagte er, „die Kultur dieses Landes ist wesentlich geprägt von der Botschaft Jesus Christi und dem Wirken der Kirche in seinem Namen. All dies und vieles Mehr schenkt mir das lebendige Empfinden, unter ihnen, liebe Österreicherinnen und Österreicher, ein wenig daheim zu sein“.

Nach einer Ruhepause in der Apostolischen Nuntiatur stand auf dem Papst-Programm am frühen Abend noch ein Arbeitsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer und eine Begegnung mit Vertretern des öffentlichen Lebens und der Diplomatie.

Am Samstag reist der Papst nach Mariazell. Am Sonntag feiert er einen Gottesdienst in St. Stephan und das Angelus-Gebet am Stephansplatz. Nach einem kurzen Abstecher nach Heiligenkreuz ist noch eine Begegnung mit freiwilligen Helfern im caritativen Bereich im Wiener Konzerthaus geplant. Sonntagabend wird der Papst Österreich wieder verlassen.

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