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Rechtliche Schritte gegen "Liebesfotos" von Kampusch

Die Veröffentlichung von Bildern, die Natascha Kampusch gemeinsam mit einem jungen Mann beim privaten Discobesuch zeigen, dürfte für einige Zeitungen unangenehme Folgen haben.

„Es werden die notwendigen rechtlichen Schritte überlegt und eingeleitet, um den Medien und anderen die Ähnliches beabsichtigen die Grenzen deutlich aufzuzeigen“, sagte Gerald Ganzger, Anwalt des heute 19-jährigen Entführungsopfers am Mittwoch zur APA.

Etwa ein Monat bevor sich die Flucht der jungen Frau vor ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil zum ersten Mal jährt, tauchten in der Wiener U-Bahn-Zeitung „Heute“ sowie der deutschen „Bild“-Zeitung private Bilder mit Berichten über die angeblich „erste Liebe“ von Natascha Kampusch auf.

„Diese Texte in Verbindung mit den Fotos sind unserer Ansicht nach bei jedem – also auch bei Frau Kampusch – völlig unzulässig und ein Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich von Frau Kampusch“, betonte Ganzger. Die heute 19-Jährige wurde im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten.

„Wir sind der Ansicht, dass die Berichterstattung in einigen Medien eine Grenzüberschreitung ist. Auch Frau Kampusch hat das Recht auf Privatsphäre“, betonte der Anwalt im APA-Gespräch. „Die Fotos, die zufällig geschossen worden sind, werden von einigen Boulevardmedien aufgeblasen und recht eigenwillig interpretiert.“

„In der Privatsphäre haben Medien wirklich nichts verloren, schon gar nicht ist es rechtens schwülstige Texte und eigenartige Interpretationen zu erfinden und zu verbreiten“, zeigte sich Ganzger erzürnt. „Solche und ähnliche ’Berichterstattungen’, die die Bezeichnung Berichterstattung gar nicht verdienen, verhindern natürlich Frau Kampuschs Weg zurück in ein normales Leben.“

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